Wirtschaft
Szenenbild aus dem US-Dokumentarfilm "Gasland", der sich des Themas Fracking und dessen Folgen angenommen hat.
Szenenbild aus dem US-Dokumentarfilm "Gasland", der sich des Themas Fracking und dessen Folgen angenommen hat.

ExxonMobil spielt auf Zeit: Fracking-Pläne liegen auf Eis

Rund ein Fünftel des deutschen Energieverbauchs wird mit Erdgas bestritten. Weit größere Vorkommen gibt es aber bei Schiefer- oder Flözgas. Allerdings ist deren Gewinnung - mit Hilfe des sogenannten Frackings - nicht unumstritten. In Deutschland ist der US-Riese ExxonMobil auf diesem Gebiet aktiv.

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Der Energieriese ExxonMobil legt seine Pläne für umstrittene Fracking-Bohrungen in Deutschland vorerst auf Eis. Das kündigte der weltgrößte Ölkonzern an. Als Konsequenz aus der Risikostudie, die ExxonMobil selbst bei einem Expertenkreis in Auftrag gegeben hatte, soll vor weiteren Erkundungsbohrungen ein Konzept zu Grundwasser-Untersuchungen rund um Fracs erarbeitet werden. Das dauere mindestens ein halbes Jahr.

Vorher sollen keine Fracking-Maßnahmen stattfinden. Die mögliche Verschmutzung des Grundwassers beim Einsatz der Fracking-Technologie hatten Bürger und Politiker immer wieder scharf kritisiert. Bei der umstrittenen Methode wird mit großem Druck ein Gemisch aus Wasser und Chemikalien in den Boden gepresst, um Gas aus tiefen Gesteinsporen zu lösen.

Große Vorkommen

Die Förderung von sogenanntem unkonventionellem Gas umfasst Flöz- oder Schiefergase. Schätzungen der Internationalen Energieagentur gehen von weltweit 921 Billionen Kubikmetern unkonventionellem Gas aus, das noch in der Erde lagert - fünfmal mehr als klassisches Erdgas. Und ein Teil davon, 50 Billionen Kubikmeter, soll in Europa liegen.

Seit 2008 führt ExxonMobil bereits Erkundungsbohrungen in Deutschland durch - meist ohne viel Aufsehen zu erregen. Man habe die Hoffnung, so den Rückgang an konventionellem Erdgas auszugleichen, "einen wesentlichen Beitrag zur Rohstoffversorgung leisten zu können und die Abhängigkeit von Importen zu minimieren", hatte ein ExxonMobil-Sprecher dazu gesagt.

Quelle: n-tv.de

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