Wirtschaft
(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Neue Konkurrenz und Gewinneinbruch: France Telecom in der Bredouille

Umsatzminus, operatives Ergebnis um die Hälfte gesunken, Nettogewinn um fast 80 Prozent eingebrochen: Die France Telecom schaut auf ein durchwachsenes Jahr zurück. Vor allem neue Konkurrenz auf dem Heimatmarkt machen dem Konzern zu schaffen. Zudem belasten hohe Abschreibungen. Das Problem dabei: Der Ausblick fällt auch alles andere als positiv aus.

Der Deutsche-Telekom-Konkurrent France Telecom hat das vergangene Jahr mit einem herben Gewinnrückgang beendet. Dem Konzern macht die scharfe Konkurrenz auf dem Heimatmarkt schwer zu schaffen, er rechnen deshalb auch 2013 mit einem schwierigen Jahr.

Im vergangenen Jahr war jedoch nicht nur der Preiskampf ein Belastungsfaktor. Hinzu kamen Abschreibungen unter anderem im Polen. Der Nettogewinn brach deshalb um 79 Prozent auf 820 Mio. Euro ein. Die Umsatzrückgänge in Polen und Frankreich konnte der Konzern mit Wachstum in Afrika und im Nahen Osten nicht auffangen, die Erlöse fielen um 3,9 Prozent auf 43,52 Mrd. Euro. Operativ verdiente France Telecom mit 4,06 Mrd. Euro nur noch halb soviel wie im Vorjahr.

Dividende zusammengestrichen

France Telecom bekräftigte die düstere Prognose, dass eine Verschärfung des Wettbewerbs und ein Abflauen der Konjunktur die Lage weiter verschärfen könnten. Beim Preisdruck ist das Management sogar noch ein Tick pessimistischer eingestellt. "Der Druck auf die Preise könnte 2013 vielleicht sogar stärker werden als wir das im dritten Quartal vermutet haben", sagte Finanzchef Gervais Pellissier.

Die Dividende soll 2013 - wie im Oktober angekündigt - um rund zwei Fünftel auf 80 Cent gesenkt werden. Der operative Cash-Flow wird nach den Erwartungen der Franzosen wegen der Investitionen in die Netze im laufenden Jahr auf 7 Mrd. Euro zurückgehen.

Iliad macht Druck

Die France Telecom, Mutterkonzerns des Mobilfunkanbieters Orange, leidet derzeit vor allem unter dem französische Rivalen Iliad. Der Neueinsteiger mischt seit Anfang 2012 den Mobilfunkmarkt des Landes mit ultraniedrigen monatlichen Vertragsgebühren auf. Der neue Konkurrent zwang die Platzhirsche Orange, SFR und Bouygues Telecom zu drastischen Preisrabatten, um sich gegen die Kundenabwanderung zu Iliad zu stemmen.

Auch der Wettbewerber Deutsche Telekom hat angesichts eines sinkenden Cashflow und höherer Investitionstätigkeit die Dividende reduziert. Konzernweit wollen die Deutschen 2013 knapp 10 Mrd. Euro investieren, nach 8,3 Mrd. Euro 2012. Da ist die bisherige Ausschüttungspolitik nicht mehr haltbar. Wird es für 2012 noch 0,70 Euro Dividende pro Aktie geben, können die Aktionäre für die beiden kommenden Jahre nur noch mit 0,50 Euro rechnen. Die Deutschen werden am 28. Februar über den Geschäftsverlauf 2012 berichten.

Als "schlechte Nachricht" stufte ein Händler die Geschäftszahlen ein. Die Zahlen seien überwiegend unterhalb der Erwartung ausgefallen. Eine Bestätigung der Dividende sei zudem erwartet worden. Ein anderer Marktteilnehmer verweist auf den unsicheren Ausblick. Die Titel legten deutlich zu.

Quelle: n-tv.de

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