Wirtschaft
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Devisenhändler kalt erwischt: Franken-Beben verursacht Millionen-Schäden

Die Loslösung des Franken vom Euro trifft Devisenexperten weltweit auf dem falschen Fuß. Bei einigen Banken summieren sich die Verluste auf dreistellige Millionenbeträge. Manch Brokerhaus muss nun gestützt werden.

Die Aufwertung des Schweizer Franken hat einigen Banken hohe Verluste eingebrockt. Bei der Deutschen Bank beliefen sich die Einbußen auf rund 150 Millionen US-Dollar, wie eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte. Die Frankfurter Bank ist einer der bedeutendsten Akteure im Devisenhandel.

Bei der britischen Barclays dürften Einbußen im zweistelligen Millionenbereich angefallen sein, sagte ein Informant. Sie dürften unter 100 Millionen Dollar liegen und das Finanzergebnis der Bank nicht nachhaltig beeinträchtigen, so die Person weiter.

"Einige Häuser haben gestern eine Unmenge Geld verloren", sagte der Leiter des Devisenhandels einer Bank. Die Einbußen resultieren aus dem Zusammenbruch einiger Devisenbroker. Die Verluste bei deren Kunden hätten die Finanzreserven der Broker ausgetrocknet.

Die US-Bank Citigroup dürfte durch die Kursschwankungen des Schweizer Franken mehr als 150 Millionen US-Dollar verloren haben, sagte ein Insider. Der Handelstisch der Citigroup in New York sei von der überraschenden Entscheidung der Schweizer Nationalbank (SNB), ihren Franken-Mindestkurs zu kippen, besonders stark betroffen.

Citigroup ist zudem einer der größten Geschäftspartner des Devisenbrokers FXCM, der schwer unter die Räder kam. Laut einer informierten Person verhandelt FXCM derzeit unter anderem mit Jefferies Group über ein Hilfspaket zur Stärkung seines Kapitals. Demnach gebe es informelle Gespräche darüber, was zu tun sei, wenn der Rettungsplan nicht durchgehe.

Die Schweizerische Nationalbank hatte überraschend den Franken-Mindestkurs zum Euro aufgegeben und den Kurs der Landeswährung damit binnen Minuten zum Euro auf ein Allzeithoch getrieben.

Quelle: n-tv.de

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