Mehr Geld für Airbus A400MFrankreich gibt nach

Noch immer ist unklar, wie das Prestigeprojekt von Airbus, der A400M, finanziert werden soll. Frankreich hat sich bereit erklärt 400 Millionen zusätzlich zu zahlen. Jetzt ist Deutschland am Zug.
Im Streit um die Mehrkosten des Militär-Transportflugzeugs Airbus A400M hat Frankreich eine Aufstockung der zugesagten Mittel zur Deckung der milliardenschweren Finanzierungslücke vorgeschlagen. Der französische Verteidigungsminister Hervé Morin sagte am Rande eines NATO-Treffens in Istanbul, seine Regierung sei bereit, zusätzlich 400 Millionen Euro zu genehmigen. Sollten die anderen Partnerländer dem folgen, könnten bis zu 1,5 Milliarden Euro über die bereits zugesagten Gelder in Höhe von zwei Milliarden Euro hinaus bereitgestellt werden.
"Wir haben uns auf keine Zahlen in irgendeiner Form geeinigt, auch nicht auf eine Aufteilung der Zahlen", sagte Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg am Rande des Nato-Verteidigungsministertreffens in Istanbul.
Guttenberg sagte, die Minister der sieben Bestellerländer hätten sich bei ihrem Gespräch am Vorabend auf einen "klaren, starken Text geeinigt, der nochmal unseren Willen zum Ausdruck bringt, dass wir gemeinsam ein Ziel finden wollen". Auch werde deutlich gemacht, was die Staaten vom Hersteller Airbus erwarteten. Die Verhandlungen sollten gemeinsam weitergeführt werden, und es herrsche große Einigkeit unter den beteiligten Regierungen. "Alles andere ist im Bereich der Gerüchte."
Die Auslieferung der A400M verzögert sich bereits seit mehr als drei Jahren. Die Regierungen der Käuferländer - Deutschland, Frankreich, Spanien, Belgien, Großbritannien Luxemburg und die Türkei - haben 2003 insgesamt 180 der Propellermaschinen bestellt zu einem Gesamtwert von damals 20 Milliarden Euro. Der Rüstungskonzern EADS, zu dem Airbus gehört, hat mit 31 Milliarden Euro den ursprünglich vereinbarten Preis für die Militärflugzeuge um elf Milliarden Euro überschritten. Er fordert einen Nachschuss der Abnehmerländer von 4,4 Milliarden Euro. Bis zu dieser Woche hatten sich die Staaten dazu bereiterklärt, weitere zwei Milliarden Euro in das Projekt zu pumpen.