Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Arbeitslosenzahlen auf 14-Jahreshoch: Frankreich im Abwärtsstrudel

Frankreich ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone. Doch auch am deutschen Nachbarn geht die Schuldenkrise nicht spurlos vorbei. Die Regierung um Präsident Hollande steuert mit Reformen dagegen, diese greifen aber bisher nicht. Das Ergebnis: Rekordarbeitslosigkeit.

Die Arbeitslosigkeit in Frankreich ist im Oktober auf den höchsten Stand seit 14 Jahren gestiegen. Wie das Arbeitsministerium bekanntgab, lag die Zahl der registrierten, nach Beschäftigung suchenden Franzosen bei 3,1 Millionen. Das ist ein Anstieg von 45.400 zum Vormonat. Damit stieg die Arbeitslosigkeit in dem Land mit etwa 62 Millionen Einwohnern den 18. Monat in Folge.

Das Ministerium warnte, dass die Lage sich noch weiter verschlechtern könnte, da die bisher eingeleiteten Maßnahmen bislang keinen Erfolg gezeigt hätten. Arbeitsminister Michel Sapin erklärte, die Zahlen verstärkten nur die Entschlossenheit der Regierung, den Trend umzukehren.

Die französischen Arbeitsmarktzahlen werden nicht wie in anderen Staaten nach dem ILO-Standard erhoben. Zudem wird keine Prozentangabe veröffentlicht.

Agenturen haben Frankreich im Visier

Frankreich kämpft seit geraumer Zeit mit einer schwächelnden Wirtschaft. In den vergangenen Jahren fielen vor allem in der Industrie der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone Arbeitsplätze weg. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten verbinden sich derzeit zudem mit der Staatsschuldenkrise in Europa. Die großen Ratingagenturen drohen dem Land mit einer weiteren Herabstufung der Kreditwürdigkeit. Standard & Poor's (S&P) bestätigte zwar jüngst die derzeitige Einstufung, kritisierte aber die bisherigen Reformbemühungen als unzureichend. Noch seien die Barrieren, die den Wettbewerb in Frankreich behinderten, zu hoch. Die Wahrscheinlichkeit einer Herabstufung im kommenden Jahr veranschlagt S&P mit mindestens einem Drittel.

Die langfristige Bewertung bleibe unverändert auf der zweithöchsten Note "AA+", teilte die Agentur mit. Der Ausblick sei aber weiter negativ. Frankreich muss nach Einschätzung von Standard & Poor's weiter an der Sanierung des Haushalts und an den Strukturreformen festhalten.

Die US-Ratingagentur Moody's hatte vor wenigen Tagen Frankreich abgestuft und dem Land die Bestnote «AAA» entzogen, die Deutschland weiter hält. Seitdem wird das Land nur noch von Fitch und damit von einer der drei führenden Agenturen mit der Bestnote eingestuft. Je schlechter das Länderrating ausfällt, desto teurer wird für die Staaten in der Regel die Schuldenaufnahme am Kapitalmarkt.

Quelle: n-tv.de

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