Wirtschaft

Notenbank warnt: Frankreich nähert sich Rezession

Frankreichs Wirtschaft bleibt schwach. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt im vergangenen Quartal bereits leicht geschrumpft ist, wird es wohl auch im vierten Quartal zurückgehen.

(Foto: REUTERS)

Frankreich wird der Notenbank zufolge im vierten Quartal in die Rezession rutschen. Das Bruttoinlandsprodukt werde dann wie schon im vorangegangenen Vierteljahr um 0,1 Prozent schrumpfen, teilte die Banque de France mit. Bei zwei Minus-Quartalen in Folge wird von Rezession gesprochen.

Die Regierung rechnet in diesem Jahr nur mit einem Wachstum von 0,3 Prozent, das sich 2013 auf 0,8 Prozent beschleunigen soll. Die EU-Kommission ist allerdings viel skeptischer und sagt für kommendes Jahr allerdings nur einen halb so starken Anstieg von 0,4 Prozent voraus. Genährt wird der Pessimismus von aktuellen Konjunkturdaten. So ist die Industrieproduktion regelrecht eingebrochen, sie ging im September im Vergleich zum um 2,7 Prozent zurück.

Doch die französische Regierung gibt sich betont optimistisch. Die Kommission habe die Krise 2008 nicht kommen sehen, vielleicht sehe sie deswegen auch den Aufschwung nicht, sagte Budgetminister Jérôme Cahuzac. Frankreich verlange von Brüssel keine Nachsichtigkeit, aber Scharfblick. Bereits beschlossene Reformen würden bei den Prognosen nicht ausreichend berücksichtigt. Die französische Wirtschaftspolitik sei solide und glaubwürdig. Auch die Zusagen beim Defizitziel werde man einhalten, sagte Cahuzac.

Nach dem Herbst-Gutachten der EU-Kommission wird Frankreich 2013 beim Defizit aber auf 3,5 Prozent kommen und damit sein Ziel um 0,5 Prozentpunkte verfehlen. Weitere Reformen seien nötig, so die Kommission.

Quelle: n-tv.de

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