Wirtschaft

Erodierende Wettbewerbsfähigkeit: Frankreichs Industrie leidet

Mit der französischen Wirtschaft geht es weiter bergab. Die Industrie verzeichnet im März eine rückläufige Produktion. Vor allem die Autoindustrie befindet sich in einem schleichenden Niedergang. Frankreich entwickelt sich zum Krisenland.

ArcelorMittal-Werk in Florange.
ArcelorMittal-Werk in Florange.(Foto: picture alliance / dpa)

Rückschlag für die französische Wirtschaft: Die Unternehmen fuhren ihre Produktion im März dreimal stärker zurück als erwartet. Sie wurde um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat gedrosselt, teilte das Statistikamt Insee in Paris mit. Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 0,3 Prozent erwartet, nachdem es im Februar noch ein Wachstum von 0,8 Prozent gegeben hatte.

Die Schwächephase dürfte im Frühjahr anhalten. Der Einkaufsmanagerindex legte im April zwar um 0,4 auf 44,4 Punkte zu. Das Barometer blieb damit aber den 14. Monat in Folge unter der Marke von 50 Zählern, ab der Wachstum signalisiert wird. Auch die Aufträge gingen zurück. Erstmals seit 2009 dürfte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone nach Prognose der EU-Kommission in diesem Jahr wieder schrumpfen - wenn auch mit 0,1 Prozent nur minimal.

Sowohl im Bereich Mineralölerzeugnisse als auch bei Lebensmitteln und Getränken und im Sektor Transportausrüstungen wurde die Produktion im März auf Monatssicht zurückgefahren. Auch die Bauproduktion schrumpfte.

Nächstes Krisenland?

Im Vergleich zum Vorjahresmonat sackte die Industrieproduktion im März um 3,2 Prozent ab. Im ersten Quartal ging die Industrieproduktion insgesamt gegenüber den vorhergehenden drei Monaten um 0,4 Prozent zurück. Das verarbeitende Gewerbe verzeichnete einen um 0,9 Prozent niedrigeren Ausstoß als im Vorquartal.

Nach Analyse vieler Experten ist die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Industrie im vergangenen Jahrzehnt erodiert. Besonders die Autoindustrie befindet sich in einem schleichenden Niedergang; deren Abhängigkeit vom desolaten südeuropäischen Markt ist eine große Bürde. An den Finanzmärkten wurden erste Befürchtungen laut, dass Frankreich ohne durchgreifende Reformen zum nächsten Krisenland der Eurozone werden könnte.

Quelle: n-tv.de

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