Wirtschaft
Frankreich wird der EU-Kommission zufolge trotz des Mini-Wachstums in der Konjunkturflaute verharren.
Frankreich wird der EU-Kommission zufolge trotz des Mini-Wachstums in der Konjunkturflaute verharren.(Foto: REUTERS)

Griechenland in Eurozone Spitze: Frankreichs Wirtschaft wächst wieder

Die französische Wirtschaft entgeht im dritten Quartal der Rezession. Das BIP wächst zaghaft, aber stärker als erwartet. Auch in der gesamten EU verzeichnen die Statistiker ein Mini-Wachstum. Zwei Länder hängen jedoch noch in der Rezession.

Die französische Wirtschaft wächst wieder - in erster Linie aber nur dank steigender Staatsausgaben. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Juli bis September um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu und damit etwas stärker als erwartet, wie das Pariser Statistikamt Insee mitteilte.

Es ist das erste Plus in diesem Jahr: Zu Jahresbeginn hatte es eine Stagnation gegeben. Im zweiten Quartal stand ein Minus von 0,1 Prozent zu Buche - die Statistiker hatten die konjunkturelle Entwicklung nach unten revidiert, bisher war man von einer Stagnation der französischen Wirtschaft ausgegangen.

Ökonomen betonten jedoch, dass wichtige Signale für die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Wirtschaft weiter spürbar schwächelten. So habe der Außenhandel das Wachstum gedämpft, da die Exporte langsamer stiegen als die Importe. Zudem sanken die Investitionen erneut - und zwar um 0,6 Prozent.

EU-Kommission: Frankreichs Konjunkturflaute hält an

Die französische Wirtschaft legte zwar im Sommerquartal stärker zu als die deutsche, die nur um 0,1 Prozent wuchs. "Dennoch erwarten wir, dass Frankreich dem Rest der Eurozone auch 2015 und 2016 hinterherhinken wird", sagte Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank. Natixis-Chefvolkswirt Philippe Waechter kritisierte, dass bei der Inlandsnachfrage fast ausschließlich ein steigender Staatskonsum für Schwung gesorgt habe. "Damit werden wir kein robustes und anhaltendes Wachstum haben", sagte Waechter.

Finanzminister Michel Sapin begrüßte das unerwartet starke Wachstum, räumte jedoch ein: "Die Konjunktur zieht etwas an, bleibt aber zu schwach, um Jobs zu schaffen, die unser Land braucht." Die sozialistische Regierung setze darauf, dass ihre Wachstumsprognose von 0,4 Prozent in diesem Jahr erreicht werden könne.

Die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone wird der EU-Kommission zufolge aber in der Konjunkturflaute verharren. Für 2014 insgesamt sagt sie nur ein Wachstum von 0,3 Prozent voraus, für 2015 von 0,7 Prozent. Das wirkt sich auch negativ auf die Staatsschulden aus. "Trotz spürbarer Ausgabenkürzungen dürften Frankreichs Staatsdefizit und die Schuldenstandsquote weiter steigen", erklärte die Kommission kürzlich.

Italien und Zypern weiter in der Krise

In allen 28 Ländern der Europäischen Union (EU) zusammen legte die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal ebenfalls um zaghafte 0,3 Prozent zu, wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte. In den 18 Ländern der Eurozone stieg das BIP um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Von den EU-Ländern stecken mit Italien und Zypern noch zwei Länder in der Rezession. Deutschland schrammte knapp daran vorbei.

Die langjährigen Krisenländer Spanien und Griechenland zeigten sich mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,5 beziehungsweise 0,7 Prozent im Verhältnis zum Vorquartal relativ robust - in der Eurozone ist Griechenland sogar das Land mit dem stärksten Wachstum. Am stärksten in der EU legte Rumäniens Wirtschaft zu mit 1,9 Prozent gefolgt von Polen mit 0,9 Prozent.

Insgesamt war die Wirtschaftsentwicklung im Verlauf des Jahres etwas besser als gedacht: Eurostat korrigierte die bisherigen Daten für die Eurozone für das erste Quartal von 0,2 auf 0,3 Prozent nach oben und für das zweite Quartal von null auf 0,1 Prozent. Und die nun vermeldeten 0,2 Prozent für das dritte Vierteljahr liegen über den Erwartungen vieler Analysten.

Quelle: n-tv.de

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