Wirtschaft
VW will und muss sparen, die Absatzkrise in Westeuropa wird auch für Europas Branchenprimus zunehmend zum Problem.
VW will und muss sparen, die Absatzkrise in Westeuropa wird auch für Europas Branchenprimus zunehmend zum Problem.(Foto: REUTERS)

"Müssen den Gürtel noch enger schnallen": VW stimmt Mitarbeiter auf Sparkurs ein

Volkswagen ist zwar erfolgsverwöhnt, aber das erste Halbjahr hat gezeigt, dass Europas Branchenprimus nicht krisenfest ist: Der Betriebsgewinn der Hauptmarke VW ist bereits um ein Drittel eingebrochen. Damit das Konzernplus vorzeigbar bleibt, soll gespart werden - auf allen Ebenen, in allen Regionen und in allen Werken.

Europas größter Automobilkonzern Volkswagen spürt die Absatzkrise und wirbt bei seinen Mitarbeitern für einen Sparkurs. "Wir brauchen eine solide Ertragskraft mit einer wettbewerbsfähigen Kostenposition", sagte VW-Markenvorstand Arno Antlitz vor 18.000 Beschäftigten im Stammwerk in Wolfsburg. Auf allen Ebenen, in allen Regionen und in allen Werken werde man daher den Gürtel in den nächsten Monaten noch enger schnallen müssen. Darunter solle das Kerngeschäft aber nicht leiden. Zugleich werde weiter an den internen Abläufen und Strukturen gearbeitet, kündigte Antlitz an.

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Volkswagen hatte sich schon vor längerem zum Ziel gesetzt, die Kosten jedes Jahr durch Effizienzsteigerungen zu senken, um profitabler zu werden. Der intern als "Volkswagen Weg" bezeichnete Kurs setzt allerdings voraus, dass auch der Absatz stetig klettert, um Personalabbau zu vermeiden.

Eine solche Steigerungen der Verkaufszahlen wird angesichts der Dauerkrise in Europa jedoch immer schwieriger. Konzernchef Martin Winterkorn hatte deshalb bereits angekündigt, die Sparmaßnahmen zu verschärfen. So wolle Europas größter Autobauer künftig Aufträge an externe Dienstleister nur noch in stark reduziertem Umfang vergeben. Diese sollten stattdessen wieder mit eigenen Kräften abgearbeitet werden. Zudem sollten Synergien im Konzernverbund noch intensiver genutzt werden.

Schlecht und gleichzeitig besser

Seine Gewinnziele hatte das Zwölf-Marken-Imperium unlängst bekräftigt, nachdem durch einen Medienbericht Zweifel aufgekommen waren. Dem erfolgsverwöhnten Konzern macht die Absatzkrise in Westeuropa immer mehr zu schaffen. Bereits im ersten Halbjahr war der Betriebsgewinn der Hauptmarke VW um ein Drittel eingebrochen.

Damit schnitten die Wolfsburger aber immer noch deutlich besser ab als die angeschlagenen Konkurrenten Peugeot, Renault und Fiat, die teils mit schmerzhaften Sparprogrammen und Personalabbau gegensteuern müssen.

Der Aktienkurs reagierte positiv: Er legte knapp 0,8 Prozent zu und damit deutlich stärker als der Leitindex Dax.

Quelle: n-tv.de

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