Wirtschaft

HRE-Ermittlungen kommen voranFunke sieht sich als Opfer

25.05.2011, 13:02 Uhr

Unter Georg Funke ist die Hypo Real Estate fast kollabiert. Doch der ehemalige Vorstandschef fühlt sich offenbar so, als sei er "ans Kreuz genagelt worden".

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Georg Funke. (Foto: dpa)

Die Staatsanwaltschaft München kommt bei ihren Ermittlungen gegen den früheren Chef der Skandalbank Hypo Real Estate, Georg Funke, voran. Funke sei inzwischen mehrfach als Beschuldigter vernommen worden, sagte Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger. Zu den Inhalten der Vernehmung äußerte sie sich nicht.

Unter der Führung von Funke war die Hypo Real Estate im Herbst 2008 in eine tiefe Krise gestürzt und musste mit Milliarden gerettet werden. Inzwischen ist sie vollständig im Staatsbesitz. Nach seiner Entlassung klagte Funke vor Gericht auf Gehaltsnachzahlungen in Millionenhöhe. Eine abschließende Entscheidung darüber ist aber noch nicht gefallen.

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge sagte Funke aus, bei der Rettung der HRE Ende September 2008 habe es den Plan gegeben, zum Schutz anderer Banken die HRE auszusondern. Sie sei zum Anlass dafür genommen worden, ein Regierungsprogramm zur staatlichen Stützung der Branche auszuhandeln.

Durch diesen Schachzug sei es damals gelungen, alles Schlechte auf eine einzige Bank zu konzentrieren. Anschließend sei er, Funke, öffentlich "ans Kreuz genagelt worden". Andere Großbanken hätten sich auf seine Kosten gesund gestoßen.

Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen des Verdachts auf Marktmanipulation und unrichtige Darstellung der Unternehmensverhältnisse gegen Funke. Außerdem gehen die Ermittler dem Verdacht der Untreue nach. Aktionäre hatten ihm vorgeworfen, 2008 viel zu spät auf die desolate Lage des Unternehmens hingewiesen und ihnen damit massive Aktienkursverluste eingebrockt zu haben. Zahlreiche Aktionäre klagen vor Gericht auf Schadenersatz.

Quelle: dpa