Wirtschaft
GDL-Chef Claus Weselsky gibt auf einem Flur des Hessischen Landesarbeitsgerichts in Frankfurt die Richtung vor.
GDL-Chef Claus Weselsky gibt auf einem Flur des Hessischen Landesarbeitsgerichts in Frankfurt die Richtung vor.(Foto: dpa)

Jetzt entscheidet das Gericht: GDL schlägt auch zweites Angebot aus

Das Frankfurter Landesarbeitsgericht hat der Bahn und der Lokführergewerkschaft einen Vergleichsvorschlag vorgelegt, der von der GDL wenig später zurückgewiesen wird. Das Gericht gibt in Kürze bekannt, ob der Streik fortgesetzt werden kann.

Vor dem Landesarbeitsgericht Hessen ist der erneute Vergleichsversuch gescheitert, mit dem der Lokführerstreik beendet werden sollte. Die Gewerkschaft GDL lehnte den Vorschlag des Gerichts ab und verlangte eine Entscheidung der zweiten Instanz. Dieser Richterspruch, ob der Streik fortgesetzt werden kann, wird in Kürze erwartet.

Nach der Empfehlung des Gerichts hätten sich die Parteien bis zum 15. Dezember auf den Einigungsweg begeben und auch die Konkurrenzgewerkschaft EVG einbeziehen müssen.

Bereits am Donnerstag war die Vorinstanz am Arbeitsgericht Frankfurt/Main mit einem Vergleichsvorschlag gescheitert und hatte zuletzt mit einem Urteil den Arbeitskampf der GDL als rechtmäßig und verhältnismäßig anerkannt.

Jeder dritte Zug fährt - beinahe leer

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Derweil vertreibt der Bahn-Streik die Reisenden auch aus den normal verkehrenden Zügen. Eine Bahn-Sprecherin sagte, auch am zweiten Streiktag würden rund 30 Prozent der Verbindungen im Personen-Fernverkehr bedient. "Allerdings sind die Züge relativ leer", sagte sie. Auch im Regionalverkehr hätten sich viele Reisenden Alternativen gesucht. Zentrale Verbindung wie die zwischen Köln und Berlin verkehren der Bahn zufolge wie gewohnt jede Stunde. Auch zahlreiche wichtige Verbindungen ins Ausland liefen weitgehend ungestört. Starke Einschränkungen gibt es bei Verbindungen nach Ostdeutschland, wo sich mehr Lokführer an dem Ausstand beteiligen als im Westen.

Der Bahn-Sprecherin zufolge fahren an normalen Freitagen 878 Züge im Fernverkehr. Davon könnten am heutigen Freitag voraussichtlich 256 eingesetzt werden. Darunter seien wichtige Verbindungen wie Basel-Berlin oder Zürich-Hamburg, die wie üblich im Zwei-Stunden-Takt bedient würden. Auch zwischen Köln und Paris sowie Frankfurt und Amsterdam laufe der Betrieb normal.

Dagegen seien auf Ost-West-Strecken wie Leipzig-Frankfurt oder München-Berlin nur vereinzelt Züge unterwegs. Im Güterverkehr fänden gut 50 Prozent der normalerweise üblichen Lieferungen statt, sagte sie.

Kern des Konflikts ist, dass die GDL nicht mehr nur für die 20.000 Lokführer verhandeln will, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer. Die Vertretung dieser Gruppe beansprucht aber die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für sich. Die Bahn wiederum lehnt konkurrierende Gehaltsabschlüsse ab.

Quelle: n-tv.de

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