Wirtschaft
Nach 50 Stunden gibt es bei der Bahn seit dem Morgen wieder einen Regelbetrieb.
Nach 50 Stunden gibt es bei der Bahn seit dem Morgen wieder einen Regelbetrieb.(Foto: picture alliance / dpa)

Neue Streiks angekündigt: GDL stellt Bahn Ultimatum

Die Lokführer drohen unmittelbar nach dem Ende ihres 50-stündigen Streiks mit neuen Arbeitsniederlegungen. Der Bahn gibt die Gewerkschaft GDL eine Woche Zeit, ein neues Angebot vorzulegen. Die Konkurrenz-Gewerkschaft EVG hingegen verhandelt wieder.

Deutschland drohen weiterhin Streiks im Zugverkehr. Der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, kündigte für kommende Woche neue Arbeitsniederlegungen an, falls die Deutsche Bahn "keine echten Verhandlungen" anbiete. Der Konzern habe nun eine Woche Zeit, ein "inhaltliches Angebot" vorzulegen. Während dieser Frist werde es keine Streiks geben, bekräftigte Weselsky.

Dem Radiosender WDR 5 sagte der GDL-Chef: "Wir reden nicht darüber, ob wir verhandeln wollen, sondern wir reden darüber, über was wir verhandeln." Die Gewerkschaft sei "immer sprachfähig". Beide Seiten könnten an jedem Tag dieser Woche wieder miteinander sprechen. Einen konkreten Termin nannte Weselsky aber nicht.

Zuvor hatte die Bahn die GDL zu Kompromissen aufgefordert. "Zentrales Thema sind ja nicht Einkommensverbesserungen für die Lokführer, sondern ist für die GDL die Erweiterung ihres Zuständigkeitsbereichs", sagte Personalvorstand Ulrich Weber "Morgenmagazin".

"Unternehmen beschädigt"

Die Gewerkschaft habe sich bislang "keinen Millimeter bewegt, stattdessen Streiks ausgerufen, Druck ausgeübt, Millionen Kunden verärgert, das Unternehmen beschädigt". Es sei höchste Zeit, dass die GDL in Verhandlungen Kompromisse aufzeige. Ein weiterer Bahn-Sprecher sagte n-tv: "Es ist sehr frustrierend, zu erleben, wie wir am Wochenende viele Kunden verloren haben, viele Kunden nicht ans Ziel bringen konnten." Es sei bislang "gute Sitte zwischen Tarifpartnern" gewesen, "erst zu reden und dann zu streiken. Die GDL hat das umgekehrt." Zugleich forderte er die GDL auf, auch mit der größeren Konkurrenzgewerkschaft EVG zu reden, "damit wie hier zu einer vernünftigen Lösung kommen, damit die Kunden endlich wieder Planungssicherheit haben".

Der Vorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, sagte im Sender n-tv, ein Streik sollte immer verhältnismäßig sein. Es treffe immer Kunden. "Und hier ist das Maß inzwischen nicht mehr ausgewogen."

Die Lokführer im Personen- und Güterverkehr der Deutschen Bahn hatten zum zweiten Mal binnen weniger Tage die Arbeit niederlegt. Die Züge rollten erst am Montagmorgen wieder. Bedingung der Gewerkschaft für Tarifgespräche mit der Deutschen Bahn ist es, neben den Lokführern auch für das übrige Zugpersonal verhandeln zu können. Für diese Berufsgruppe ist jedoch die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG zuständig.

Diese führt - anders als nach bisherigem Stand die GDL - nach eigenen Angaben in dieser Woche wieder Gespräche mit der Deutschen Bahn. Die Tarifverhandlungen würden am Mittwoch in Frankfurt am Main fortgesetzt, teilte die EVG mit. Die Gewerkschaft sehe "keine Notwendigkeit, zu Arbeitskämpfen aufzurufen", so lange ein Ergebnis am Verhandlungstisch möglich scheine.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen