Wirtschaft
Geringerer Umsatz, mehr Gewinn: GE profitiert von US-Konjunktur.
Geringerer Umsatz, mehr Gewinn: GE profitiert von US-Konjunktur.(Foto: Reuters)

Siemens einen Schritt voraus: GE profitiert von US-Konjunktur

General Electric gilt als Barometer für die gesamte US-Wirtschaft. Und wie die Äußerungen von Fed-Chef Bernanke sind auch die Quartalszahlen des Siemens-Konkurrenten schwer zu lesen. Der Umsatz sinkt, der Gewinn legt leicht zu. Aber den Analysten reicht das.

Der US-Industriekonzern General Electric (GE) blickt auf ein Quartal voll Licht und Schatten zurück: Während Umsatz und operativer Gewinn im 2. Quartal rückläufig waren, verdiente der Siemens-Konkurrent unter dem Strich etwas mehr Geld. Und auch das Plus bei den Bestelleingängen von 4 Prozent sorgte für gute Stimmung am Markt. Zudem stellte GE-Chef Jeff Immelt vor US-Börseneröffnung für die zweite Jahreshälfte bessere Geschäfte in Aussicht. "Wir erwarten, dass die Margenverbesserung anhält." Vorbörslich sorgte dies für Freude an der Börse. Die Aktie legte 2,4 Prozent zu. GE gilt als Barometer für die gesamte US-Wirtschaft.

Das traditionsreiche Unternehmen hat Siemens beim Wachstum zuletzt abgehängt. Rückenwind erhalten die Amerikaner von der stärkeren Konjunktur auf dem Heimatmarkt. Anders als im krisengeplagten Europa, wo Siemens präsenter ist, investieren Unternehmen in den USA in neue Anlagen. Erst jüngst hatte GE den Ausbau seines lukrativen Geschäfts mit Öl- und Gasförder-Ausrüstung mit einem Milliarden-Zukauf weiter vorangetrieben.

Verbessertes Geschäftsumfeld

"Wir bewegten uns in einem Geschäftsumfeld, das leicht besser war als das 1. Quartal", erläuterte Immelt. "Die aufstrebenden Märkte blieben robust, und in den USA haben wir ein starkes Auftragswachstum gesehen in diesem Quartal. Europa stabilisiert sich, bleibt aber herausfordernd."

Unter dem Strich reichte es zu einem Anstieg des Überschusses um 1 Prozent auf 3,1 Mrd. Dollar. Operativ ging es hingegen - unter anderem wegen hoher Kosten für die Restrukturierung der Firma - um 8 Prozent auf 3,7 Mrd. Dollar nach unten. Analysten hatten jedoch mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Der Umsatz des weltgrößten Herstellers von Jet-Motoren und elektrischen Turbinen fiel um 4 Prozent auf 35,1 Mrd. Dollar. 

Siemens abgehängt

Siemens hingegen hatte zuletzt seine Jahresziele aufgegeben. Neben hausgemachten Problemen plagt den Dax-Konzern die schwache Industriekonjunktur. Nicht nur die Rezession in Europa bereitet Kopfzerbrechen, auch das Geschäft mit Fabrikausrüstung lief sowohl in China als auch in den USA nicht so wie erhofft. Ein Sparprogramm samt Stellenstreichungen und der Verkauf von Sparten sollen nun helfen.

Einem Zeitungsbericht zufolge haben die Ergebnisse der Münchner im abgelaufenen Quartal in etwa auf Vorjahresniveau gelegen. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Umsatzrückgang um 4,7 Prozent und einem um 15 Prozent geschrumpften Nettogewinn.

Quelle: n-tv.de

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