Wirtschaft
"Die Aussichten für die Industrieländer bleiben unsicher": GE weiß, wo es besser läuft.
"Die Aussichten für die Industrieländer bleiben unsicher": GE weiß, wo es besser läuft.(Foto: picture alliance / dpa)

Mischkonzern unter Strom: GE schlägt Siemens

General Electric sorgt in den USA für große Augen: Der schwergewichtige Siemens-Rivale führt den Bankern an der Wall Street vor, wie gute Unternehmensführung funktionieren kann. Mitten in die Wachstumszweifel pflanzt der Industriegigant einen milliardenschweren Quartalsgewinn.

Der Ausbau der Energietechnik-Sparte macht sich für den US-Industriekonzern General Electric bezahlt. Dank der florierenden Geschäfte vor allem im Segment Öl und Gas sowie mit Flugzeug-Triebwerken erwirtschaftete der größte Konzern der USA im 4. Quartal einen Gewinn von 4 Mrd. Dollar, ein Plus von 7,5 Prozent binnen Jahresfrist. Die Nachfrage sei vor allem in China und in Öl-produzierenden Ländern gut gewesen und habe die Schwächen auf dem Heimatmarkt sowie in Europa ausgeglichen, sagte der Chef des Siemens-Konkurrenten, Jeff Immelt. Auf diese Regionen setze er auch für die Zukunft, da die Aussichten der Industrienationen unsicher blieben.

Der Markt zeigte sich begeistert, die Aktie legte vorbörslich zu und hielt diesen Trend auch nach Handelseröffnung bei. Vor allem der Auftragsbestand sorgte für Entzücken. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass er um 3,5 Prozent anzieht", sagte Jack De Gan, Chef-Investmentstratege bei Harbor Advisory Corp.

GE besser als Siemens

Der Auftragsbestand wird von Experten stark beachtet, da er Aufschluss über künftige Umsätze bietet. GE hatte zum Ende des 4. Quartals Order über 210 Mrd. Dollar in den Büchern. Der Umsatz kletterte um 3,6 Prozent auf rund 39 Mrd. Dollar. Der Gewinn legte zwar in allen Bereichen des Konzerns zu, dessen Produktpalette wie bei Siemens von der Glühbirne über Lokomotiven bis zum Computertomographen reicht.

Die stärksten Zuwächse verzeichnete jedoch die Energie-Technik mit einem Plus von 14 Prozent sowie Flugzeugantriebe mit einem Plus von 22 Prozent. Die Sparte profitiert weiter vom Boom der Branche. Viele Airlines erneuern ihre Flotten, um mit den moderneren Triebwerken Spritkosten zu senken. Daran dürfte auch die Pannenserie des "Dreamliners" von Boeing nichts ändern, die ohnehin nicht auf die Antriebe zurückzuführen ist. In dieser Woche ordneten die Luftfahrtbehörden in den USA, Europa, Japan und Indien an, die 787 wegen Problemen mit den Batterien am Boden zu halten.

In den vergangenen Jahren hat Immelt das Energiegeschäft stetig ausgeweitet und das risikoreichere Bankgeschäft zurückgefahren. Zur Stärkung der Flugzeugtriebwerksparte kaufte GE jüngst das Luftfahrt-Geschäft der italienischen Avio. Die Übernahmen ließ sich GE Milliarden kosten. Damit schlägt sich der US-Konzern besser als Siemens. Die Münchener haben durch ihren Schwerpunkt auf Europa nicht nur mit der schlechten Wirtschaftslage zu kämpfen. Auch hausgemachte Probleme wie verpatzte Projekte machen dem Konzern schwer zu schaffen.

Quelle: n-tv.de

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