Wirtschaft
Greift durch: GM-Chefin Mary Barra fordert Aufklärung - und zwar detailliert und ungeschönt.
Greift durch: GM-Chefin Mary Barra fordert Aufklärung - und zwar detailliert und ungeschönt.(Foto: REUTERS)

Rückrufaktion erst nach 13 Unfalltoten?: GM-Chefin Barra lässt intern ermitteln

In Nordamerika muss General Motors weit über eine Million Autos zurückrufen. Doch bei einer simplen Reparatur wird es nicht bleiben. Inzwischen ermitteln die Behörden - und auch der Autobauer strafft die Zügel.

Für den US-Autohersteller General Motors (GM) könnte der Rückruf von 1,6 Millionen Autos zu einem Desaster führen. Das Unternehmen hat nun eine interne Untersuchung eingeleitet. Ziel sei "ein detaillierter und ungeschönter Bericht über das, was passiert ist", heißt es in einem Schreiben von GM-Chefin Mary Barra an die Mitarbeiter.

Das Unternehmen hatte im Februar in zwei Schritten insgesamt 1,62 Millionen Fahrzeuge wegen Problemen an der Zündung in die Werkstätten gerufen. Betroffen sind Fahrzeuge der Modelljahre 2003 bis 2007, die überwiegend in den USA, Kanada und Mexiko verkauft wurden. Im Mittelpunkt stehen die Modelle Chevrolet Cobalt, Pontiac Pursuit und  Pontiac G5 aus den Jahren 2005 bis 2007, Saturn Ions (2003-2007), Chevrolet HHRS (2006-2007) sowie Pontiac Solstice (2006-2007) und Saturn Sky.

13 Unfalltote durch technisches Problem?

Bei den Autos könnte die Zündung unbeabsichtigt während der Fahrt in die "Aus"-Position zurückspringen und dabei Motor und elektrische Systeme abschalten. Besonders auf unbefestigter Strecke und bei hohen Geschwindigkeiten könnte es zu den Problemen kommen, hatte es geheißen. Nach GM-Angaben besteht die Gefahr, dass die Airbags der Autos im Fall eines Unfalls nicht ausgelöst werden.

Für den Vorgang interessiert sich inzwischen auch die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA. Sie teilte in der vergangenen Woche mit, dass gegen GM eine Untersuchung laufe. Dabei gehe es um die Frage, ob der Konzern mit den Rückrufen zu lange wartete. Als das Unternehmen an die Öffentlichkeit trat, seien bereits 31 Unfälle mit 13 Toten bekannt gewesen, die mit den Technikproblemen in Zusammenhang stehen könnten. Laut GM haben bei den Unfällen mit Todesfolge jedoch teilweise auch andere Faktoren wie Alkohol oder nicht angelegte Sicherheitsgurte eine Rolle gespielt.

"Erfahrene Techniker" für Ablauf verantwortlich

Barra erklärte nun in dem internen Schreiben, für den Ablauf von Rückrufaktionen sei die Einschätzung "erfahrener Techniker" ausschlaggebend. Diese arbeiteten unabhängig von der Konzernführung und stützten sich "auf technische Fakten und Untersuchungen". Die GM-Chefin zeigte sich überzeugt, dass nicht die Rückrufe selbst das Image des Unternehmens beeinflussen würden, "sondern die Art und  Weise, wie wir mit diesem Problem umgehen".

Erst zu Jahresbeginn hatte die Opel-Mutter 370.000 Pritschenwagen überwiegend in Nordamerika wegen Brandgefahr in die Werkstätten beordert. Bei den Pickups könne es aufgrund eines Problems an der Abgasanlage zu einer Überhitzung mit anschließendem Feuer kommen, hatte der größte US-Autobauer mitgeteilt. Betroffen seien Modelle der Baureihen Chevrolet Silverado und GMC Sierra.

Quelle: n-tv.de

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