Wirtschaft
Ein Bericht sprach General Motors von dem Vorwurf frei, von den defekten Zündschlössern gewusst zu haben. Der könnte nun angezweifelt werden.
Ein Bericht sprach General Motors von dem Vorwurf frei, von den defekten Zündschlössern gewusst zu haben. Der könnte nun angezweifelt werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Zündschlossprobleme verschleiert?: GM soll US-Behörden belogen haben

Der Skandal um die defekten Zündschlösser bei GM erhält neuen Zunder. Die "New York Times" erhebt schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen: GM soll von den Defekten gewusst - und sie vor den Behörden versteckt haben.

In der Zündschloss-Affäre des Autobauers General Motors will die "New York Times" neue Erkenntisse gewonnen haben. Die Zeitung behauptet in einem Bericht, dass der Autobauer gegenüber der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA gelogen hat. Ein Ingenieur sei dem Problem mit dem plötzlichen Abschalten beim Modell Saturn Ion auf die Spur gekommen. Auf Anfragen der NHTSA zu tödlichen Unfällen habe GM jedoch ausweichend oder gar nicht geantwortet.

In mindestens drei Fällen, bei denen es um die Aufklärung der Unfälle aufgrund des Zündschlossdefektes ging, habe General Motors bestritten, die Unfall-Ursache untersucht zu haben - obwohl der Autobauer seit Jahren über die plötzlichen Ausfälle informiert war. Die Zeitung beruft sich dabei auf Briefwechsel zwischen dem Hersteller und der Behörde sowie andere interne Unterlagen.

Barra erwarten unbequeme Fragen

"Es wirkt inkonsistent", sagt Carl Tobias, Rechtprofessor der Universität Richmond gegenüber der New York Times. "Man könnte vermuten, das Unternehmen habe gewusst, dass die vielen Unfälle durch die defekten Zündschlösser verursacht wurden. Es scheint, als habe GM der NHTSA nicht alles preisgegeben, was man hätte preisgeben sollen", vermutet Tobias.

Der Bericht dürfte GM-Chefin Mary Barra unbequeme Fragen bescheren, wenn sie zum vierten Mal vor einem Ausschuss des US-Kongresses Rede und Antwort steht. Die Kernfrage ist: Hat GM die Zündschloss-Probleme, die nach Firmenangaben 13 Menschleben kosteten, verschleiert? Ein von Barra in Auftrag gegebener Untersuchungsbericht hatte den Autobauer von diesem Vorwurf entlastet.

Bei 2,6 Millionen älteren Kompaktwagen des Opel-Mutterkonzerns war der Schalter des Zündschlosses zu schwach ausgelegt, weshalb der Schlüssel während der Fahrt zurückspringen kann. Das schaltet den Motor, Bremskraftverstärker, Servolenkung und schlimmstenfalls die Airbags ab. GM ignorierte den Mangel mehr als zehn Jahre lang. Der Konzern hatte wegen des verschleppten Rückrufs eine Strafe von 35 Millionen Dollar an die Verkehrssicherheitsbehörde zahlen müssen.

Quelle: n-tv.de

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