Dienstag, 24. November 2009
Detroit gibt sich enttäuscht: GM wird Saab nicht los
Der Verkauf des schwedischen Autoherstellers Saab ist geplatzt. Der Sportwagenhersteller Koenigsegg habe die geplante Übernahme der dezifitären Tochter abgeblasen, teilte der Mutterkonzern General Motors mit. GM wolle nun die Situation neu bewerten und in der kommenden Woche die nächsten Schritte bekanntgeben. Der Opel-Mutterkonzern zeigte sich über die Entscheidung "sehr enttäuscht".
Bevor sich Koenigsegg im Juni als Interessent gemeldet hatte, hatte die US-Konzernmutter auch ein Aus von Saab nicht ausgeschlossen. GM ist inzwischen jedoch deutlich stabiler aufgestellt als damals, was auch das Festhalten an Opel belegt. GM und der Edel-Sportwagenbauer hatten nur nur einen Vorvertrag unterzeichnet, die Finanzierung des Deals war seit Monaten offen.
An dem Geschäft hatte es von Anfang an Zweifel gegeben, allein schon wegen der unverhältnismäßigen Größe der Partner - Koenigsegg verkaufte im vergangenen Jahr keine zwei Dutzend seiner mindestens 700.000 Euro teuren Luxuswagen.
Der Zeitfaktor sei entscheidend gewesen, erklärte die exklusive Autoschmiede, die staatliche Bürgschaften für den Deal beantragt hatte. Die Stockholmer Regierung hatte damit gerechnet, dass die EU-Prüfung solcher Hilfen noch mehrere Monate dauern würde. General Motors kündigte weitere Schritte für kommende Woche an. Aus Kreisen verlautete, es liefen keine Gespräche mit anderen Interessenten und eine Abwicklung von Saab sei wahrscheinlich.
Saab ist mit 3400 Beschäftigten einer der kleinsten Anbieter von Autos aus Serienfertigung mit einer Jahresproduktion von 93.000 Wagen im vergangenen Jahr. Seit dem Einstieg von GM vor knapp 20 Jahren hat das schwedische Unternehmen bis auf zwei Jahre stets Verluste eingefahren.
rts/dpa
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