Samstag, 10. April 2010
Optimismus vor Börsengang: GSW verdient gut
Mit der Berliner GSW traut sich in Kürze wohl ein weiterer Konzern als Neuemission an die Börse. Das kann als Beleg für das wieder günstigere Marktumfeld gewertet werden. Die Berliner selbst sehen sich für das Vorhaben gut aufgestellt und wollen im laufenden Jahr mit guten Zahlen glänzen.
Buntes aus Berlin: Die GSW will Anleger mit einer stabilen Dividende locken. (Bild: GSW-Immobilie in Berlin-Tiergarten)
Der Berliner Wohnungskonzern GSW hat sich vor seinem geplanten Börsengang zuversichtlich für das laufenden Jahr gezeigt. "Wir sind ganz optimistisch, wieder ein gutes Ergebnis liefern zu können", sagte Vorstandschef Thomas Zinnöcker der "Börsen-Zeitung". Er erwarte, dass sich die zuletzt positive Geschäftsentwicklung auch 2010 fortsetzen werde. Im vergangenen Jahr war der Nettogewinn auf 172 von 108 Millionen Euro gestiegen.
GSW hat seine Pläne am Freitag offiziell gemacht und könnte bereits Anfang Mai an die Börse gehen. Der Konzern wolle für institutionelle Anleger wie Versicherungen und Pensionsfonds interessant sein und hoffe auf eine Mischung aus langfristig und etwas kurzfristiger orientierten Investoren, sagte Zinnöcker. Den Anlegern stellte er in Aussicht, künftig regelmäßig am Unternehmenserfolg beteiligt zu werden. "Wir werden ein klassische Dividendenpapier sein."
Anwärter für MDax
Das Berliner Abgeordnetenhaus muss den Börsengang noch absegnen. Das Land hatte die GSW 2004 an den Goldman-Sachs--Fonds Whitehall und den Finanzinvestor Cerberus verkauft. Die Eigentümer wollen Finanzkreisen zufolge etwas mehr als 50 Prozent der GSW an die Börse bringen, was knapp eine halbe Milliarde Euro einbringen könnte. GSW gilt als Anwärter für eine Mitgliedschaft im Nebenwerteindex MDax, in dem der Rivale Gagfah bereits gelistet ist.
Allein im vergangenen Jahr hat die GSW den Wohnungsbestand um netto 129 Millionen Euro höher bewertet, 2008 bereits um 60 Millionen. Die Kritik von Analysten an diesen Zuschreibungen wies Zinnöcker zurück und begründete die Anhebungen mit extrem niedrigen Werte zuvor. "Die letzte Bewertung für den Geschäftsbericht 2009 stammt von dem renommierten Immobilienberatungshaus CB Richard Ellis", sagte der Vorstandschef. GWS habe deutlich machen können, dass die Wertentwicklung auf operativen Verbesserungen beruhe.
dpa
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