Wirtschaft
Sigmar Gabriel.
Sigmar Gabriel.(Foto: picture alliance / dpa)

Streit um Milliardenhilfen: Gabriel bietet Athen drittes Paket an

Während Athen und die Gläubiger noch um den Abschluss des zweiten Hilfsprogramms ringen, bringt Bundeswirtschaftsminister Gabriel ein neues Rettungspaket ins Gespräch. Bedingungslose Hilfe werde es aber nicht geben, versichert der SPD-Chef.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hält ein weiteres Hilfspaket für Griechenland für denkbar. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Regierung im Gegenzug Auflagen erfülle. "Ein drittes Hilfspaket für Athen ist nur möglich, wenn die Reformen auch umgesetzt werden", sagte Gabriel der "Bild am Sonntag". "Wir können nicht einfach Geld dorthin schicken."

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Derzeit verhandeln Griechenland und die internationalen Geldgeber über den Abschluss des zweiten Hilfspakets. Die Gläubigergruppe aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds hat die letzte Tranche in Höhe von 7,2 Milliarden Euro nicht freigegeben. Sie verlangt, dass die Regierung um Ministerpräsident Alexis Tsipras vorher Stukturreformen und Sparmaßnahmen umsetzt.

"Jetzt hat Ministerpräsident Tsipras eine Volksabstimmung über die notwendigen Reformen vorgeschlagen, vielleicht kann das die Entscheidung beschleunigen", sagte Gabriel. Zugleich warnte der Minister davor, einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone "herbeizureden". "Das Ausscheiden Griechenlands wäre nicht wirtschaftlich, aber politisch brandgefährlich", so Gabriel. Wenn das erste Land gehe, werde der Rest der Welt Europa anders betrachten. "Niemand wird mehr Vertrauen in Europa haben, wenn wir in der ersten großen Krise auseinanderbrechen."

Die Pleite droht

Tsipras warnte unterdessen die Geldgeber vor der Erwartung, seine Regierung werde mit der Zeit nachgeben. Dies sei nicht der Fall, die "roten Linien" würden ihre Gültigkeit behalten, sagte er. Der linke Regierungschef schloss insbesondere eine Kürzung von Renten und Gehältern erneut aus. "Ich will dem griechischen Volk versichern, dass es keine Möglichkeit gibt, dass die Regierung bei Gehältern und Renten zurückweicht. Sie haben genug gelitten."

Ohne neue Hilfe droht Athen die Zahlungsunfähigkeit. Wie lange das Geld noch reicht, ist unklar. Pensionszahlungen und eine Überweisung an den IWF hatte die Regierung nur unter Schwierigkeiten leisten können.

Quelle: n-tv.de

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