Wirtschaft

Schlechter als prognostiziert: Gabriel erwartet schwächeres Wachstum

Noch vor wenigen Monaten sagen Wirtschaftsforschungsinstitute ein Wachstum von 2 Prozent voraus. Das ist nun nicht mehr haltbar. Auch Wirtschaftsminister Gabriel korrigiert seine Prognose und macht vor allem internationale Krisen verantwortlich.

Wirtschaftsminister Gabriel passt seine Erwartungen an die Einschätzung der Wirtschaftsweisen an. Sie rechnen nur noch mit 1,2 Prozent Wachstum in diesem Jahr.
Wirtschaftsminister Gabriel passt seine Erwartungen an die Einschätzung der Wirtschaftsweisen an. Sie rechnen nur noch mit 1,2 Prozent Wachstum in diesem Jahr.(Foto: dpa)

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel erwartet eine schwächere Konjunktur für dieses Jahr als bislang prognostiziert. Er gehe davon aus, "dass die schlechte Entwicklung der Weltkonjunktur, insbesondere die sehr schlechte Entwicklung in Europa, dazu führt, dass wir deutlich unter den Prognosen bleiben", sagte Gabriel im ZDF. Gabriel stellt am Dienstag die neue Wachstumsprognose der Bundesregierung vor.

Vor wenigen Tagen erst hatten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Herbstgutachten ihre Konjunkturprognose nach unten korrigiert. Für dieses Jahr erwarten sie ein Wachstum von 1,3 Prozent. Im April hatten sie noch mit 1,9 Prozent gerechnet. Ihre Prognose für 2015 senkten die Wirtschaftsweisen von 2,0 auf 1,2 Prozent ab.

Gabriel sagte in dem Fernsehinterview, die Bundesregierung sei Anfang des Jahres bereits weniger optimistisch gewesen als die Wirtschaftsweisen. "Offensichtlich ist es nicht die Regierung alleine, die die Ukraine-Krise nicht vorhersehen konnte, die nicht vorhergesehen hat, dass wir im Nordirak einen die ganze Welt erschütternden Krieg haben und dass wir in Europa eine Entwicklung haben, die viel schlechter ist als prognostiziert", fügte der Minister hinzu.

Zugleich betonte Gabriel, das Wachstum in Deutschland sei vergleichsweise robust. Auch die Zahl der neuen Stellen nehme um mehr als 300.000 im Jahr zu, die meisten davon seien sozialversicherungspflichtig. "Von daher ist Deutschland in einer schwierigen Weltkonjunktur, in einem schwierigen Umfeld, immer noch gut aufgestellt." Deutschland sei nach wie vor Konjunkturlokomotive.

Quelle: n-tv.de

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