Wirtschaft
Ein Drittel des in Europa verbrauchten Gases stammt aus Russland.
Ein Drittel des in Europa verbrauchten Gases stammt aus Russland.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Trotz Ukraine-Konflikts: Gazprom steigert Gas-Exporte nach Europa

Europa will unabhängiger von russischem Gas werden - Russlands Staatskonzern Gazprom jedoch baut seine Exporte in den Westen weiter aus. Bereits 2013 war ein Rekordjahr im Europa-Geschäft.

Ungeachtet der Bemühungen um eine größere Unabhängigkeit von russischem Erdgas haben die Exporte des russischen Konzerns Gazprom nach Europa im ersten Halbjahr zugelegt. Von Januar bis Juni seien 82,88 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa geliefert worden, erklärte Gazprom-Chef Alexej Miller. Seinen Angaben zufolge waren das 2,8 Prozent mehr als im Jahresvergleich - "obwohl 2013 ein Rekordjahr war", wie Miller betonte.

"Das heißt, dass ausländische Verbraucher weiter russisches Gas wählen", fasste der Gazprom-Chef die Entwicklung zusammen. Der russische Staatskonzern betont immer wieder seine umfangreichen Lieferungen nach Europa, während sich die ohnehin angespannten Beziehungen zur EU durch die Ukraine-Krise weiter verschlechtert haben.

Ein Drittel des in Europa verbrauchten Gases stammt aus Russland. Etwa die Hälfte der russischen Gaslieferungen wird dabei durch die Ukraine geleitet. Europa diskutiert seit Jahren darüber, wie es seine Energieversorgung modernisieren und seine Abhängigkeit von Importen unter anderem durch den Ausbau erneuerbarer Energien verringern kann. Durch den Konflikt mit Russland um die Ukraine und der im Raum stehenden Drohung harter Wirtschaftssanktionen gewinnt die Debatte an Brisanz.

Moskau hatte der Ukraine Mitte Juni den Gashahn zugedreht und will das Nachbarland fortan nur noch gegen Vorkasse beliefern. Gazprom warnte, dass es auch zu "möglichen Störungen" bei den Gaslieferungen in die EU kommen könnte.

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Quelle: n-tv.de

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