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"Wir sollten ihnen den Wettbewerb erschweren": Yellen will Großbanken bändigen

Schon vor ihrem Amtsantritt im Februar setzt die neue Chefin der US-Notenbank ein Achtungszeichen: Großbanken sind immer noch zu groß um sie scheitern zu lassen, glaubt Janet Yellen. Und will die Geldhäuser deshalb viel stärker an die Leine nehmen.

Die künftige US-Notenbankchefin Janet Yellen will Großbanken strengeren Regeln unterwerfen. Die großen Geldhäuser könnten sich noch immer billiger Geld leihen als kleinere Wettbewerber, weil die Finanzmärkte offenbar im Notfall mit Regierungshilfe rechnen, erklärte Yellen bei der Anhörung zu ihrer Nominierung vor dem Bankenausschuss des Senats. "Weil diese Firmen ein systemisches Risiko darstellen, sollten wir ihnen den Wettbewerb erschweren und sie dazu ermutigen, kleiner und weniger systemisch zu werden", erläuterte Yellen.

Die US-Notenbank erwäge derzeit zusätzliche Regeln, die über die sogenannten "Dodd-Frank-Gesetze" von 2010 hinausgingen, sagte Yellen weiter. Zudem werde die Federal Reserve möglicherweise neue Anforderungen für den Handel mit physischen Rohstoffen stellen. Die Fed erlaubte den Instituten erst 2003 den Einstieg in dieses Geschäft. Dies führte dazu, dass einige Banken im Besitz von Öl-Speichern, Lagerhäusern oder Kraftwerken sind. Derzeit überprüft die Fed diese Entscheidung, nachdem Kritiker den Banken Preismanipulationen vorgeworfen hatten.

So sehr sie auch auf strengere Regeln pocht, dürfte aber auch Yellen den Banken in der Geldpolitik weiter stark entgegenkommen und an der Niedrigzinspolitik und den milliardenschweren Konjunkturhilfen ihres Vorgängers Ben Bernanke festhalten. "Ich halte es für unerlässlich, alles zu tun, um eine sehr starke wirtschaftliche Erholung zu fördern", sagte Yellen. Ein voreiliger geldpolitischer Kurswechsel käme das Land teuer zu stehen. "Es liegt noch mehr Arbeit vor uns".

Mit ihrer Politik des billigen Geldes kämpft die Fed seit Ende 2008 gegen die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise an. Der Leitzins verharrt auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent. Solange die Arbeitslosigkeit in den USA über 6,5 Prozent liegt, will die Zentralbank an diesem Niveau nicht rütteln. Im Oktober betrug die Arbeitslosenquote 7,3 Prozent.

Quelle: n-tv.de

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