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Wer sich regelmäßig bewegt und die entsprechenden Daten übermittelt, soll belohnt werden.
Wer sich regelmäßig bewegt und die entsprechenden Daten übermittelt, soll belohnt werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Wer gesund lebt, wird belohnt: Generali sammelt Daten zum Lebensstil

Telemonitoring ist ein Trend im Versicherungsgeschäft. Nun bringt die Generali-Gruppe das Konzept nach Deutschland. Der Versicherer will Daten zu Fitness und Ernährung von teilnehmenden Kunden erfassen - und gesund lebende Menschen belohnen.

Die Generali-Gruppe führt künftig Tarife ein, bei denen Daten zum Lebenswandel ihrer Kunden elektronisch erfasst werden. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, ist das Unternehmen damit der erste große Versicherer in Europa, der Daten zu Fitness, Ernährung und Lebensstil kontrolliert.

Kunden, die entsprechende Versicherungen abschließen, werden demnach für einen gesunden Lebensstil belohnt, etwa mit Gutscheinen für Reisen oder ein Fitnessstudio. In einem nächsten Schritt seien auch Nachlässe bei den Prämien möglich. Erhältlich sein sollen die Angebote in Deutschland in den kommenden 12 bis 18 Monaten.

Die Daten der teilnehmenden Kunden werden laut SZ regelmäßig über eine App übermittelt. Diese dokumentiere etwa Vorsorgetermine, zähle Schritte und messe sportliche Aktivitäten. Auch andere Versicherer wie Allianz und Axa planen ähnliche Programme.

Generali arbeite bei diesem sogenannten Telemonitoring mit dem südafrikanischen Versicherer Discovery zusammen, schreibt die Zeitung weiter. Dessen Gesundheitsprogramm Vitality bietet Kunden Gutscheine und Rabatte bei Prämien an, wenn die erfassten Daten auf einen gesunden Lebenswandel hinweisen.

Kritik von Verbraucherschützern

"Damit stärken wir die Bindung zu unseren Kunden", sagte Generali-Chef Mario Greco vor Investoren. "Außerdem beeinflussen wir das Verhalten unserer Kunden, und gesündere Kunden sind besser für uns", zitiert ihn die SZ.

Verbraucherschützer sind allerdings alarmiert. "Der Kunde weiß ja gar nicht, wie seine Daten im Konzern verarbeitet werden, und wer Zugriff darauf hat", sagte Peter Griebel von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg der SZ.

Ähnliche Pläne über die Erfassung von Kunden-Daten sind auch aus der Autoindustrie bekannt. Dort geht es um das Fahrverhalten von Kunden, die durch elektronische Geräte im Auto gesammelt werden. Diese sind nicht nur für Polizei oder Staatsanwälte bei der Auswertung nach Unfällen interessant, sondern auch für Versicherer, die damit Profile von Kunden erstellen können.

Quelle: n-tv.de

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