Wirtschaft
Naturschutz oder Energiewende? Hochspannungsleitungen gefährden seltene Vogelarten.
Naturschutz oder Energiewende? Hochspannungsleitungen gefährden seltene Vogelarten.(Foto: picture alliance / dpa)

Vogelschutz schlägt Energiewende: Gericht stoppt Stromtrasse durch Uckermark

Auf 115 Kilometern sollte die Uckermark-Leitung Strom in Richtung Süden leiten. Bei ihrer Planung haben die Verantwortlichen allerdings den Vogelschutz vernachlässigt - die Quittung kommt vom Bundesverwaltungsgericht, es verhängt einen Baustopp.

Die 115 Kilometer lange Hochspannungsleitung durch die Uckermark darf nicht gebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat den Bau der Stromtrasse vorerst gestoppt. Die Richter erklärten den Planfeststellungsbeschluss des zuständigen Landratsamtes in erster und letzter Instanz für rechtswidrig und nicht nachvollziehbar (BVerwG 4 A 5.14). Diese Mängel führen aber nicht zur Aufhebung des Beschlusses, weil sie durch ein ergänzendes Verfahren behoben werden können.

"Die Notwendigkeit der Trasse steht außer Frage"

Die Umweltschutzorganisation Nabu und zwei private Grundstückseigentümer hatten gegen die Stromtrasse geklagt. Sie kritisierten unter anderem, dass die Hochspannungsleitung durch sensible Natur- und Vogelschutzgebiete führen sollte. Sie sagen, der Planfeststellungsbeschluss habe die Gefahren der Leitung für seltene Zug- und Brutvögel nur pauschal geprüft. Als Alternative schlugen sie die Verlegung von Erdkabeln vor.

Der zuständige Netzbetreiber 50Hertz betonte, die Notwendigkeit der Uckermarkleitung für die Energiewende stehe für das Gericht außer Frage, genauso wie der Trassenverlauf, der nach "intensiver Alternativenprüfung" festgelegt worden sei. Das Unternehmen will nun weitere Untersuchungen zur Trassenplanung durchführen. Es ist aber zuversichtlich, dass es am Ende die Interessen der Energiewende und des Vogelschutzes in Einklang gebracht werden können.

Um die Energiewende zu meistern, werden dringend neue Hochspannungsleitungen in Deutschland benötigt. Sie sollen vor allem den aus der Windenergie gewonnenen Strom von Nord- und Ostsee in Richtung Süden leiten. Bislang reichen die Transportkapazitäten nicht aus: Allein letztes Jahr haben die Netzbetreiber rund 300 Millionen Euro an Entschädigungen gezahlt, weil Windkraftanlagen vorübergehend vom Netz genommen werden mussten.

Quelle: n-tv.de

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