Wirtschaft
Bei der Staatsanwaltschaft Rostock gingen bereits erste Klagen wegen Betruges von Privatanlegern ein.
Bei der Staatsanwaltschaft Rostock gingen bereits erste Klagen wegen Betruges von Privatanlegern ein.(Foto: dpa)

Erste Klagen wegen Anlegerbetrugs: German Pellets richtet Gläubiger-Portal ein

Der einst weltgrößte Händler von Holzschnitzeln zum Heizen ist insolvent. Jahrelange Expansionen mit Anleihen verursachen einen Schaden von 220 Millionen Euro. Betroffene können sich nun online registieren, müssen mit ihren Forderungen aber warten.

Anleger beim insolventen Holzverarbeiter German Pellets in Wismar können sich elektronisch als Gläubiger registrieren lassen. Wie ein Sprecher der vorläufigen Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde sagte, ist dazu eine Internet-Seite eingerichtet worden. Diese informiere über aktuelle Entwicklungen im Unternehmen und biete in Kürze auch die Möglichkeit zur kostenlosen Registrierung. Ihre konkreten Forderungen könnten die Inhaber von Anleihen, Genussscheinen und Genussrechten aber erst nach Eröffnung des jeweiligen Insolvenzverfahrens geltend machen. Wann es so weit ist, könne derzeit noch nicht gesagt werden, da die Bestandsaufnahme in dem weit verzweigten Geflecht von weltweit knapp 30 Firmen andauere, sagte der Sprecher.

Die German Pellets-Gruppe, die nach eigenen Angaben weltweit größter Produzent und Händler von Holzschnitzeln zum Heizen war, hatte ihre jahrelange Expansion maßgeblich mit Anleihen finanziert und steht bei Anlegern mit mehr als 220 Millionen Euro in der Schuld. Zunächst war von 12.000 Betroffenen die Rede, die hochverzinste Anleihen und Rechte erworben hatten. "Es könnten aber auch deutlich mehr sein", sagte der Sprecher Schmuddes.

Der Insolvenzantrag war am 10. Februar gestellt worden, unmittelbar nachdem eine Gläubigerversammlung von Anlegern kurzfristig abgesagt wurde. Zum 1. April wird eine Anleihe mit einem Volumen von 52,4 Millionen Euro fällig. Bei der Staatsanwaltschaft in Rostock gingen erste Anzeigen wegen Betruges von Privatanlegern ein.

Quelle: n-tv.de

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