Wirtschaft
Wer sitzt am längeren Hebel?
Wer sitzt am längeren Hebel?(Foto: picture alliance / dpa)

Mehr Geld, sonst Streik: Germanwings-Piloten drohen

Die Pläne der Lufthansa zum Ausbau der Billigtochter Germanwings wecken Begehrlichkeiten bei den Piloten. Sie pochen auf Zusagen des Konzerns, dass Germanwings der Mutter Lufthansa nicht große Teile des Geschäfts streitig macht. Ohne diese Bedingung wäre der Preisvorteil der Tochter schnell dahin.

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Die Lufthansa muss beim geplanten Ausbau ihrer Tochter Germanwings offenbar mit neuen Gehaltsforderungen der Piloten ihres Billigablegers rechnen. Diese sehen sich nach einem Bericht des "Spiegel" nicht mehr an frühere Zugeständnisse gebunden und fordern eine Angleichung ihrer Bezüge an die ihrer Kollegen bei Lufthansa.

Sollten Verhandlungen um einen neuen Vergütungstarifvertrag scheitern, "sind wir ruck, zuck streikfähig", zitiert das Magazin ein Mitglied der Tarifkommission. Niedrigeren Gehältern bei Germanwings sei 2004 nur unter der Bedingung zugestimmt worden, dass die Billigtochter unabhängig von der Mutter operiere und nicht zu stark wachse.

Schon Ende September sahen sich die Piloten an das Zugeständnis nicht mehr gebunden - also noch bevor der Konzern am Donnerstag vergangener Woche bekannt gab, große Teile des Kurz- und Mittelstreckengeschäfts auf den Günstigableger zu verlagern. Das gehe aus einem Schreiben der 16-köpfigen Tarifkommission hervor, das an die deutschen Cockpitangestellten des Konzerns gegangen sei und nach wie vor Gültigkeit habe, schreibt der Spiegel. "Nach einem Zusammenwachsen von LH-Classic und Germanwings", heißt es darin, sei "die Grundlage für abgesenkte Arbeitsbedingungen" entfallen.

Lufthansa hatte vor wenigen Tagen angekündigt, ab 2013 einen Großteil ihres bislang verlustreichen Europaverkehrs auf Germanwings zu verlagern. Dort verdienen Piloten 20 Prozent weniger.

Quelle: n-tv.de

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