Wirtschaft
Die Kundinnen kaufen nicht so viel Gerry-Weber-Kleidung wie erhofft.
Die Kundinnen kaufen nicht so viel Gerry-Weber-Kleidung wie erhofft.(Foto: dpa)

700 Mitarbeiter müssen gehen: Gerry Weber schließt mehr als 100 Filialen

Kleidung von Gerry Weber verkauft sich derzeit nicht so, wie man sich das in der Konzernzentrale erhofft. Jetzt will sich das Unternehmen gesund schrumpfen.

Der Modekonzern Gerry Weber will im Zuge seiner angekündigten Neuausrichtung mehr als 700 Stellen abbauen. Auch die Gewinnbeteiligung der Aktionäre wird abgespeckt: Für das vergangene Jahr will Gerry Weber der Hauptversammlung eine Dividende von 0,40 Euro je Aktie vorschlagen, teilte der SDAX-Konzern mit. Für die vorangegangenen drei Jahre hatte der Konzern jeweils 0,75 Euro je Anteil ausgeschüttet. Die Aktie verliert im vorbörslichen Handel rund 5,5 Prozent.

Die Ende Januar veröffentlichten vorläufigen Geschäftszahlen bestätigte Gerry Weber. Das Unternehmen aus Halle in Westfalen hat im Geschäftsjahr 2014/15, das am 31. Oktober endete, trotz höherer Umsätze weniger verdient. Verantwortlich für den deutlichen Rückgang der Marge waren unter anderem die Übernahme von Hallhuber und der rückläufige Umsatz im Großhandelsgeschäft.

Gerry-Weber-Filiale im Centro Oberhausen.
Gerry-Weber-Filiale im Centro Oberhausen.(Foto: dpa)

Mit dem Programm "Fit4Growth" sollen nun in den nächsten anderthalb bis zwei Jahren wieder die Voraussetzungen für langfristig profitables Wachstum geschaffen werden. Das operative Ergebnis (Ebit) im Geschäftsjahr 2015/16 werde durch die außerordentlichen Einmalaufwendungen aus der Neuausrichtung stark belastet, kündigte die Gerry Weber Internationale AG an.

Dutzende Filialen schließen

Unter anderem soll das Filialnetz konsolidiert werden: 103 Filialen, die nicht die Zielmargen erfüllen oder eine negative Wachstumsprognose aufweisen, werden im laufenden und im kommenden Geschäftsjahr geschlossen. Weitere 5 Prozent der Läden werden beobachtet. Zudem sollen Großhandelskunden besser betreut und die Marken modernisiert werden.

Außerdem analysiert Gerry Weber alle internen Prozesse. Vor dem Hintergrund des starken Wachstums der vergangenen Jahre seien wichtige Bereiche der Organisation zu komplex und zu ineffizient geworden, räumte das Unternehmen ein. Durch bessere Abläufe könnten ab dem Geschäftsjahr 2017/18 Sach- und Personalkosten in Höhe von 20 bis 25 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden.

Um diese Kostensenkung zu realisieren, müssten in der Unternehmenszentrale in Halle rund 200 Stellen und in den Auslandsgesellschaften etwa 50 Stellen wegfallen, teilte Gerry Weber mit. Von der Konsolidierung des Filialnetzes seien 460 Beschäftigte im In- und Ausland betroffen. Darüber hinaus sieht der Konzern Effizienzpotenziale in der Logistik.

Quelle: n-tv.de

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