Wirtschaft
Indiens Wirtschaft konnte im dritten Quartal um mehr als sieben Prozent zulegen.
Indiens Wirtschaft konnte im dritten Quartal um mehr als sieben Prozent zulegen.(Foto: picture alliance / dpa)

China hält durch, Russland sinkt ab: Gewinner und Verlierer der Weltwirtschaft

Für manche Länder ist das Wirtschaftsjahr 2015 eines zum Jubeln - andere schleppen sich durch eine tiefe Rezession. Die jüngsten Quartalsdaten der wichtigsten Wirtschaftsnationen geben die Richtung vor. Positiv überrascht dabei ein Eurozonen-Mitglied.

Noch gibt es keine endgültigen Ergebnisse, aber auch das Jahr 2015 dürfte wohl erneut eines werden, in dem sich das Wachstum der Weltwirtschaft enttäuscht. Wesentliche Ursachen für die schleppende Entwicklung waren die Geldflut der Notenbanken, abstürzende Rohstoffpreise und der schwache Anstieg der Verbraucherpreise.

Allerdings gab es beim Fokus auf einzelne Länder deutliche Unterschiede, was die Auswirkungen auf die einzelnen Länder betraf. Denn das jeweilige Wachstum fiel zuletzt sehr unterschiedlich aus. So belasteten die sinkenden Rohstoffpreise aufstrebende Volkswirtschaften wie die von Russland und Brasilien. Andere Schwellenländer wie Indien und Vietnam hingegen überraschten mit starkem Wachstum.

In den Industrieländern waren es vor allem die kleinen europäischen Staaten, die beim Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte mit am besten abschnitten. So wuchs Irlands Wirtschaft im dritten Quartal um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit lag das Wachstum deutlich über dem der Eurozone mit im Schnitt 1,6 Prozent im selben Zeitraum. Deutschland lag mit einem Wachstum von 1,8 Prozent im Mittelfeld.

Indiens Wirtschaft wuchs zuletzt schneller als Chinas

Euro-Mitglied Finnland hingegen litt unter den schwächelnden Schlüsselindustrien wie Papier-Herstellung und Unterhaltungselektronik sowie der geringeren Nachfrage aus Russland. Auf Jahressicht ging das finnische das finnische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal um 0,2 Prozent zurück.

Der größte Gewinner bei den Industrie- und Schwellenländern war jedoch - noch vor Irland - Indien. Die größte Volkswirtschaft in Südasien legte im dritten Quartal 2015 um 7,4 Prozent zu - verglichen mit den Werten von 2014. Damit hat Indien auch den Musterknaben China überholt - das BIP im Reich der Mitte legte im selben Zeitraum um "nur" 6,9 Prozent zu. Dabei muss berücksichtigt werden, dass das abgelaufene Jahr von Sorgen um Chinas Wirtschaft geprägt war - sichtbarstes Zeichen war ein Kursverfall an den chinesischen Festlandbörsen im Sommer. Ebenfalls stark entwickelte sich in der zweiten Jahreshälfte Vietnam. Die Wirtschaftsleistung des Schwellenlandes stieg um rund 7 Prozent.

Russland und Brasilien leiden unter Rohstoffpreisen

Kommen wir zu den Verlierern: Besonders unter dem Verfall des Ölpreises sowie den Sanktionen des Westens litt zuletzt die Wirtschaft Russlands, die im dritten Quartal um 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr nachließ.

Brasilien stöhnte unter schwächelnden Rohstoffpreisen, politischen Unruhen, einem Korruptionsskandal sowie einem sich ausweitenden Haushaltsdefizit. Die Wirtschaft brach im dritten Quartal um 4,5 Prozent ein. Noch wesentlich härter traf es hingegen die Ukraine: Mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 7,2 Prozent im dritten Quartal ist der westliche Nachbar Russlands Schlusslicht unter den Industrie- und Schwellenländern.

Quelle: n-tv.de

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