Wirtschaft
2008 erschüttert ein Milchpulver-Skandal China, mehrere Babys sterben. Seitdem hat die heimische Industrie keinen guten Stand bei der Bevölkerung und Fonterra ist der größte Lieferant von Milchpulver.
2008 erschüttert ein Milchpulver-Skandal China, mehrere Babys sterben. Seitdem hat die heimische Industrie keinen guten Stand bei der Bevölkerung und Fonterra ist der größte Lieferant von Milchpulver.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Neuer Ärger für Fonterra: Giftige Chemikalie in Milchpulver entdeckt

Fonterra kommt nicht zur Ruhe: Erst werden Bakterien in Milchpulver des Konzerns entdeckt. Jetzt sollen es sogar gesundheitsschädliche Chemikalien sein. Der neuseeländische Konzern dementiert zwar. Die Gegenseite ist sich aber sicher: "Wir können es im Falle eines Rechtsstreits beweisen."

Der weltgrößte Molkerei-Konzern Fonterra hat erneut Ärger mit seinem Milchpulver. Auf Anordnung der Behörden Sri Lankas seien dort im Juli zwei Chargen aus dem Handel genommen worden, sagte Konzernchef Theo Spierings. Das Gesundheitsministeriums habe angegeben, in Proben den Milchpulvers sei die potenziell giftige Chemikalie Dicyandiamid gefunden worden.

Spierings wies dies zurück und verwies auf entsprechende Zertifikate. Er sprach von einem Streit über den Preis von Milchpulver, der in Sri Lanka vom Staat festgelegt wird. Dieser wolle ohnehin lieber frische Produkte im Handel sehen. "Deswegen gibt es immer eine gewisse Spannung."

Milchpulver hat Gewicht

Auch der neuseeländische Ministerpräsident John Key stellte die Untersuchungsergebnisse aus Sri Lanka der Behörden infrage. Es seien schon lange Unterschiede zwischen den neuseeländischen und srilankischen Testergebnissen bekannt, sagte er. Milcherzeugnisse machen mit 9 Mrd. US-Dollar etwa ein Viertel der neuseeländischen Exporte aus. Aus Kreisen des Gesundheitsministeriums in Sri Lanka verlautete dagegen, man stehe zu den Testergebnissen. "Wir können es im Falle eines Rechtsstreits beweisen", hieß es.

Fonterra hatte Anfang des Jahres den Nachweis von kleinen Dosen Dicyandiamid in einigen Produkten eingeräumt. Zudem gaben die Neuseeländer vor kurzem bekannt, dass in einigen Chargen aus dem Jahr ein Bakterium entdeckt wurde, das die lebensgefährliche Krankheit Botulismus auslösen kann. Dies führte dazu, dass in zehn Ländern von China bis Saudi-Arabien betroffene Milchprodukte mit möglicherweise kontaminiertem Proteinkonzentrat aus den Regalen genommen werden mussten. Spierings reiste persönlich nach China, um sich zu entschuldigen.

Quelle: n-tv.de

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