Wirtschaft

Riesenschulden: Gläubiger jagen indischen Schnapsbaron

Vijay Mallya hat guten Grund zum Untertauchen. In Indien sind ihm zahlreiche Gläubiger auf den Fersen. Mallya steht bei ihnen mächtig in der Kreide. Der "König der guten Zeiten" ist auch ein Fall für die Regierung.

Vijay Mallya
Vijay Mallya(Foto: REUTERS)

In Indien jagen wütende Gläubiger den "König der guten Zeiten", den Schnapsbaron Vijay Mallya. Er soll mehr als einem Dutzend Banken insgesamt 90 Milliarden Rupien (1,2 Milliarden Euro) schulden.

Indiens Finanzminister Arun Jaitley versprach im Fernsehsender India Today, jede Behörde - vom Zoll bis zur Polizei - werde handeln. Die Banken hätten zugesichert, sie würden sich "jeden Penny" zurückholen, den sie bekommen könnten.

Mallya hatte Indien am 2. März verlassen, nachdem zu seiner Festnahme aufgerufen worden war. Die Finanzpolizei hat ihn für Freitag vorgeladen; der Gesuchte hat aber bislang nicht gesagt, ob er auch erscheinen wird. Mallya ist offiziell nicht wegen irgendeines Verbrechens angeklagt. In einer Reihe von Interviews hat er bestritten, sich abgesetzt zu haben.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf den indischen Bankensektor, dem Kritiker vorwerfen, allzu leichtfertig Kredite zu vergeben. Die vielen faulen Kredite gefährden demnach bereits die Finanzstabilität von Asiens drittgrößter Volkswirtschaft. Die Regierung steht in der Kritik, weil sie nicht entschlossen gegen reiche Geschäftsleute vorgeht, die sich riesige Summen leihen und nicht zurückzahlen.

Quelle: n-tv.de

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