Wirtschaft
Die Hypo Alpe Adria hat das Bundesland Kärnten mit riskanten Geschäften an den Rand des Bankrottes getrieben.
Die Hypo Alpe Adria hat das Bundesland Kärnten mit riskanten Geschäften an den Rand des Bankrottes getrieben.(Foto: picture alliance / dpa)

Schuldenschnitt bei Hypo Alpe Adria: Gläubiger lehnen Angebot von Kärnten ab

Im Streit um die Pleite der Krisenbank Hypo Alpe Adria bietet das österreichische Bundesland Kärnten den internationalen Gläubigern 7,8 Milliarden Euro an - ein herber Verlust für Commerzbank und Co. Sie lehnen ab und setzen Kärnten unter Druck.

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Die Gläubiger der früheren Krisenbank Hypo Alpe Adria bleiben im Streit mit Österreich hart. Sie haben das Angebot des Bundeslandes Kärnten abgelehnt, nur einen Teil der geforderten Summe zurückzuerhalten. Kärnten sei zahlungsfähig und könne seinen Verpflichtungen in vollem Umfang nachkommen, erklärte die Gruppe um die Commerzbank.

Der Kärntner Ausgleichszahlungsfonds der österreichischen Abwicklungsbank Heta hatte den Gläubigern vorher 7,8 Milliarden Euro angeboten. Sollte die Abwicklung der ehemaligen Krisenbank Hypo Alpe Adria mehr einbringen als erwartet, könnte es eine Nachbesserung geben. Aus den Angebotsunterlagen geht außerdem hervor, dass die Angebotssumme zusätzlich eine Prämie in Höhe von rund 600 Millionen Euro beinhaltet.

Das Bundesland Kärnten haftet insgesamt für Schuldtitel in Höhe von rund 11 Milliarden Euro und damit 3,2 mehr, als das Angebot vorsieht. Die Gläubiger mit besser besicherten Anleihen sollen 75 Prozent des geschuldeten Geldes erhalten; die Inhaber nachrangiger Schuldtitel nur noch 30 Prozent.

Kärnten droht der Bankrott

Kärnten will mit dem Schuldenschnitt sein Haftungsrisiko verringern. Gibt es keine Einigung, droht dem nur 500.000 Einwohner zählenden Bundesland der Bankrott, zumal es bereits Schulden in Höhe von 4,8 Milliarden Euro schultern muss. Mehrere Gläubiger hatten in der Vergangenheit allerdings schon mehrfach erklärt, auf die vollständige Rückzahlung der Anleihen zu bestehen und notfalls vor Gericht zu ziehen.

Die Hypo Alpe Adria war nach dem Zerfall Jugoslawiens in den Balkan-Ländern sowie in Deutschland und Italien über Beteiligungen und riskante Investment-Geschäfte expandiert. Die Bilanz vervierfachte sich in den kommenden Jahren auf rund 40 Milliarden Euro. Abgesichert war die Expansion über Garantien von Kärnten. In der Finanzkrise musste Österreich die Bank schließlich 2009 verstaatlichen.

Quelle: n-tv.de

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