Wirtschaft
Glencore arbeitet nachwie vor an der "Fusion auf Augenhöhe" mit Xstrata.
Glencore arbeitet nachwie vor an der "Fusion auf Augenhöhe" mit Xstrata.(Foto: REUTERS)

Xstrata schönt Gewinneinbruch: Glencore setzt auf Milliardendeal

Die geplante Fusion von Glencore und Xstrata beflügelt die Rohstoffbranche. Obwohl Glencore einen deutlichen Gewinnrückgang meldet, klettert der Aktienkurs. Der mögliche Deal zwischem dem weltgrößten Rohstoffhändler und dem Bergbauriesen hat ein Volumen von 30 Mrd. Dollar.

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Der weltgrößte Rohstoffhändler Glencore hält trotz eines Gewinneinbruchs an der geplanten 30-Milliarden-Dollar-Übernahme des Bergbauriesen Xstrata fest. Das Angebot sei «fair und angemessen», die Fusion nützlich für beide Konzerne und ihre Aktionäre, betonte Glencore-Chef Ivan Glasenberg.

Das um Sondereffekte bereinigte Konzernergebnis von Glencore ging in den ersten sechs Monaten um 26 Prozent auf 1,81 Mrd. Dollar zurück. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von 3,2 Mrd. Dollar im ersten Halbjahr entsprach einem Rückgang gegenüber dem ersten Halbjahr des Vorjahres um 17 Prozent. Allerdings bedeute dies zugleich im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2011 eine Steigerung um 22 Prozent.

Stagnierende Rohstoffpreise

In diesem Jahr standen die Preise an den Rohstoffmärkten angesichts zunehmender Konjunktursorgen in Europa, den USA und China bislang stark unter Druck. Viele Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Branche nach Jahren des Booms vor einem längeren Abschwung steht. So hatte in den vergangenen Wochen bereits der Bergbaukonzern Rio Tinto einen um mehr als ein Fünftel gesunkenen Gewinn im ersten Halbjahr verbuchen müssen; Xstrata verdiente sogar ein Drittel weniger.

Wegen der trüben Aussichten wird das Gerangel um die Fusion der beiden Branchenriesen zu einem Mega-Konzern, der bei einem Jahresumsatz von fast 210 Mrd. Dollar die gesamte Kette der Wertschöpfung von der Rohstoffförderung bis zur weltweiten Vermarktung umfassen würde, mit größter Aufmerksamkeit beobachtet.

Wichtigster Gegenspieler ist derzeit der Staatsfonds des Golfermirats Katar. Glencore bietet 2,8 eigene Aktien für jeden Xstrata-Anteilsschein. Katar gab im Juni bekannt, dass es nun 3,25 Glencore-Aktien fordere. Daraufhin war die bereits angesetzte Abstimmung der Xstrata-Aktionäre ausgesetzt worden. Sie soll nun am 7. September stattfinden.

"Attraktiver Deal"

Glasenberg verwies darauf, dass seit der offiziellen Vorlage des Angebots im Februar etliche Rohstoffpreise gesunken und Kosten in der Branche gestiegen seien. Zugleich habe Glencore bewiesen, dass der Konzern durch seine Marketing-Kompetenz auch bei gesunkenen Preisen noch gute Gewinnspannen erwirtschaften könne. "Das macht diesen Deal für die Aktionäre von Xstrata sogar noch attraktiver."

Auf die Frage, ob Glencore eine Erhöhung der Offerte vor dem Xstrata-Votum erwäge, sagte Glasenberg: "Wir können nicht kommentieren, was wir machen werden oder nicht machen werden." Zugleich betonte er: "Dies ist keine feindliche Übernahme, sondern eine, die vom Konzernchef von Xstrata und seinen unabhängigen Direktoren voll unterstützt wird." Die meisten Beteiligten hätten erkannt, dass eine Fusion «enorme Synergien ermöglichen würde».

Zugleich spielte Glasenberg die Bedeutung der Übernahme zum jetzigen Zeitpunkt herunter: Bei Glencore beobachte man die Entwicklung entspannt. "Wir haben uns in den letzten fünf Jahren um diesen Deal bemüht, wir können warten. Wenn er heute nicht zustande kommt, dann irgendwann in der Zukunft." Es gehe "nicht um einen Deal, den man unbedingt machen muss".

Analysten zufrieden

Trotz des Rückgangs hielt sich Glencore aber besser als von Analysten erwartet. Als ordentliche Zahlen bewerteten Marktteilnehmer den Halbjahresbericht.Glencore legten 0,4 Prozent zu. Auch AngloAmerican gewannen: 1,5 Prozent.Xstrata fielen dagegen gegen den Trend um 1 Prozent. "Da wird ein bisschen Luft aus der Spekulation auf eine Erhöhung des Angebots rausgelassen", sagte ein Händler.

Quelle: n-tv.de

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