Wirtschaft
Die Aussichten für die Eurozone bewerteten Börsianer zuletzt so pessimistisch wie im November 2014.
Die Aussichten für die Eurozone bewerteten Börsianer zuletzt so pessimistisch wie im November 2014.(Foto: imago/CHROMORANGE)

Abnehmende Zuversicht am Markt: "Globale Konjunktur steht auf der Kippe"

Zunehmend pessimistisch sind Marktteilnehmer, wenn es um die Weltwirtschaft geht. Eine Umfrage unter 1100 Anlegern und Analysten zeigt, dass ihre Erwartungen zuletzt weiter gesunken sind. Besonders die Lage in den USA bereitet Sorgen.

Die ursprünglich von China ausgehende Konjunkturschwäche greift immer weiter um sich. Auch der Eurozone trauen Börsianer wegen der globalen Wachstumsschwäche keinen kräftigen Aufschwung zu. Das Konjunkturbarometer fiel im Februar überraschend stark um 3,6 auf 6,0 Punkte, wie die Investmentberatung Sentix zu seiner Umfrage unter 1100 Anlegern und Analysten mitteilte. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 7,6 Zähler erwartet. Die Experten schätzten die aktuelle Lage so schlecht ein wie seit knapp einem Jahr nicht mehr, die Aussichten bewerteten sie sogar so pessimistisch wie zuletzt im November 2014.

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"Die Eurozone erweist sich als keineswegs immun gegen den enormen Dynamikverlust in der globalen Wirtschaft", sagte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner. "Auch die einstige Lokomotive Deutschland kühlt sich merklich ab." Ein Grund dafür ist die Sorge vor einem Abschwung der USA, der weltgrößten Volkswirtschaft. Auch in vielen Schwellenländern wie China, Russland und Brasilien läuft es derzeit nicht rund.

Die Lage im Euroraum sinkt um 2,5 Zähler auf 10,5 Punkte. Mit dem dritten Rückgang in Folge liegt der Subindex nun auf dem tiefsten Stand seit April 2015. Den Erwartungswert trifft es noch härter. Mit einem Minus von 4,8 Zählern auf plus 1,5 Punkte liegt er so tief wie zuletzt im November 2014. Für Deutschland fällt der Gesamtindex um 3,6 Zähler auf plus 14,5 Punkte. Das ist ebenfalls der tiefste Stand seit November 2014. Die Lage gibt um 2,6 Zähler auf plus 33,0 Punkte nach, die Erwartung sinkt um 4,1 Zähler auf minus 2,6 Punkte.

"Ein US-Abschwung wird immer greifbarer"

Der Gesamtindex für die USA fällt um 5,9 Zähler auf plus 3,7 Punkte, der geringste Wert seit Oktober 2012. Die Lage sinkt um 9,5 Zähler auf 17,0 Punkte, die Erwartung gibt um 2,8 Zähler auf minus 8,8 Punkte nach.

"Ein US-Abschwung wird immer greifbarer", meinte Hübner. "Die Zinsanhebung der Fed hätte aus Sicht der Anleger nicht schlechter platziert werden können. Denn die Investoren hatten schon im Dezember die Wahrnehmung, dass die US-Konjunktur ihren Zenit überschritten haben dürfte." Der Dynamikverlust in den vergangenen beiden Monaten sei atemberaubend: "Die Lagewerte haben sich binnen zweier Monate halbiert, und die Erwartungswerte sind inzwischen klar negativ."

Die globale Konjunktur stehe auf der Kippe, da keine der von Sentix betrachteten Weltregionen derzeit Grund zu Hoffnung gebe, fügte der Experte hinzu. Besonders gebeutelt seien die Regionen Lateinamerika und Osteuropa, aber auch in Japan schafften es Regierung und Notenbank nicht, trotz Einführung von Negativzinsen, einen Stimmungsumschwung einzuleiten.

Quelle: n-tv.de

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