Freitag, 16. April 2010
Nächste Welle der Finanzkrise?: Goldman-Fonds bricht ein
Nach Fehlinvestitionen in den USA, Deutschland und Japan büßt ein internationaler Immobilienfonds von Goldman Sachs offenbar nahezu sein gesamtes Vermögen von 1,8 Mrd. Dollar ein. Ob und wann sich der Fonds wieder erholt, ist völlig unklar.
Zentrale von Goldman Sachs in New York.
(Foto: REUTERS)
Die Krise bei den Gewerbe-Immobilien fordert ihren Tribut. Mit dem "Whitehall Street International" von Goldman Sachs ist ein weiterer Fonds drastisch im Wert gesunken. Von vormals 1,8 Milliarden US-Dollar sind nach den letzten bekannten Berechnungen gerade noch 30 Millionen Dollar übrig.
Das geht aus dem Jahresbericht 2009 hervor, den die Anteilseigner im vergangenen Monat zugeschickt bekommen haben. Eine Sprecherin von Goldman Sachs wollte sich nicht weiter dazu äußern.
Goldman Sachs selbst gehört zu den größten Investoren des Immobilienfonds. Zu den Besitztümern zählen die Warenhäuser des insolventen Handelsunternehmens Karstadt. Dessen Zukunft ist immer noch ungewiss, was auf den Wert drückt. Zuletzt führten aber vor allem Immobilien in den USA und Japan zu Verlusten. Dort stehen wegen der Wirtschaftskrise viele Büros, Fabrikhallen und Läden leer.
Immobilien auf Pump
Erschwerend kommt beim "Whitehall Street International" hinzu, dass die Fondsmanager viele Immobilien auf Pump gekauft haben. Mitten in der Krise lastet so ein hoher Schuldenberg auf dem Fonds. Sobald die Immobilienmärkte wieder anziehen, ist zwar eine Erholung möglich. Doch ob und wann das geschieht, steht in den Sternen.
Der gesamte Markt liegt danieder. Auch einem direkten Goldman- Sachs-Rivalen steht vor einem Megaverlust: Der "Morgan Stanley Real Estate Fund VI" droht, von 8,8 Milliarden auf 3,4 Milliarden Dollar abzurutschen.
Einige Experten fürchten bereits, dass die nächste Welle der Finanzkrise droht. Nach Berechnungen des US-Kongresses schwebt fast jede Dritte der rund 8100 Banken des Landes in Gefahr, von platzenden Darlehen für Gewerbe-Immobilien in den Abgrund gerissen zu werden.
dpa
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