Wirtschaft
Goldman-Chef Blankfein: "Mit der Einigung im US-Haushaltsstreit dürfte sich das Investorenvertrauen wieder aufhellen."
Goldman-Chef Blankfein: "Mit der Einigung im US-Haushaltsstreit dürfte sich das Investorenvertrauen wieder aufhellen."(Foto: REUTERS)

Der Musterschüler muss nachsitzen: Goldman patzt bei Gewinn und Ausblick

Der US-Haushaltsstreit ist aufgeschoben, die Fed sorgt zudem weiter für Verunsicherung mit ihrer Geldpolitik: Das sind die Gründe, die Branchenprimus Goldman Sachs für seine schwache Prognose anführt. Aber auch das abgelaufene Quartal kann nicht überzeugen.

Auch der Branchenprimus Goldman Sachs leidet unter der Flaute im Investmentbanking. Vor allem der Anleihehandel schwächelte über die Sommermonate beträchtlich, weil viele Investoren über den weiteren Kurs der US-Notenbank Fed verunsichert waren und lieber in der Defensive blieben. Im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) zeigten sich ebenfalls Bremsspuren.

Am Ende konnte Goldman den Gewinnrückgang im dritten Quartal 2013 dank eines strengen Sparkurses zwar auf zwei Prozent begrenzen - es standen 1,4 Milliarden Dollar zu Buche und damit etwas mehr als erwartet. Doch die Aussichten für das Jahresende sind eher durchwachsen, auch wenn Vorstandschef Lloyd Blankfein Optimismus demonstrierte: "Mit der Einigung im US-Haushaltsstreit dürfte sich das Investorenvertrauen wieder aufhellen, was wiederum die Grundlage für eine nachhaltige Erholung wäre."

Überdurchschnittlich schwaches Anleihengeschäft

An der Börse überwog die Enttäuschung: Die Goldman-Aktie notierte in New York deutlich im Minus und zog auch die Aktie der Deutschen Bank in Frankfurt nach unten. Der hiesige Branchenprimus, ebenfalls ein Schwergewicht im Anleihe-Handel, legt seine Quartalszahlen am 29. Oktober vor. Schon die Zwischenbilanzen von JP Morgan, Citigroup und der Bank of America hatten in den vergangenen Tagen wenig Hoffnung gemacht, dass es bei den europäischen Geldhäusern positive Überraschungen geben könnte.

Bei Goldman brachen die Erlöse im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen um 44 Prozent ein - damit verlor die Bank im Vergleich zu ihren Rivalen überdurchschnittlich stark. Auch im Aktienhandel gab es Einbußen, wenn auch weniger stark. Insgesamt fielen die Konzerneinnahmen auf 6,7 Milliarden Dollar. Trotzdem soll die Quartalsdividende pro Aktie auf 55 von 50 Cent steigen.

Quelle: n-tv.de

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