Wirtschaft
Der Banker, der "Gottes Werk verrichtet", soll mit Goldman Sachs das Image Russlands aufpolieren.
Der Banker, der "Gottes Werk verrichtet", soll mit Goldman Sachs das Image Russlands aufpolieren.(Foto: picture alliance / dpa)

Russlands Imageprobleme: Goldman soll Putin helfen

Wirtschaftlich steht Russland nach eigenen Aussagen gut da: Das Bruttoinlandsprodukt wächst, der Schuldenstand ist niedrig. Dennoch hat das Riesenland mit seinen enormen Erdöl- und Gasvorkommen bei internationalen Geldgebern ein Imageproblem. Die "Mutter aller Investmentbanken" soll das nun ändern.

Gut dastehen - um jeden Preis: Russland hat die US-Bank Goldman Sachs angeheuert, um das Image des Landes bei ausländischen Investoren und bei den Ratingagenturen zu verbessern. Goldman Sachs, das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung sowie der russische Fonds für Direktinvestitionen hätten eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet, sagte ein Sprecher der US-Bank und bestätigte einen Bericht der Zeitung "Wedomosti".

Die Bank solle sich um die Kommunikation mit Investoren kümmern und auch an Präsentationsreisen ins Ausland teilnehmen, zitierte "Wedomosti" den Vize-Minister für wirtschaftliche Entwicklung, Sergej Beliakow. Der Minister sagte der Zeitung, die Regierung werde sich auch weiterhin bemühen, das Investitionsklima zu verbessern. Derzeit aber würden die Investoren einfach nicht "effektiv" informiert.

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hatte Regierungschef Dmitri Medwedew in der vergangenen Woche damit geworben, dass die russische Wirtschaft 2012 um 3,5 Prozent gewachsen sei und sich der Schuldenstand nur auf elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts belaufe.

Die Ratingagenturen bewerten die russischen Anleihen dennoch schlecht und fordern, das Land müsse seine Wirtschaft gründlich reformieren. Charles Seville von der Ratingagentur Fitch sagte "Wedomosti", die Regierung müsse die Abhängigkeit von Öl und Gas verringern, die Inflation eindämmen, die Produktivität ankurbeln und weitere Unternehmen privatisieren.

Um das Image von Goldman Sachs ist es selbst nicht gut bestellt: 2012 hatte ein ehemaliger Mitarbeiter in einem Gastbeitrag in der "New York Times" die Kultur der Bank als "giftig und destruktiv" bezeichnet. Vorstandschef Lloyd Blankfein wiederum hatte sich selbst einst als Banker bezeichnet, der "Gottes Werk" verrichte.

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Quelle: n-tv.de

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