Wirtschaft
Der Umsatz von Google steigt um gut 20 Prozent auf 26 Milliarden Dollar.
Der Umsatz von Google steigt um gut 20 Prozent auf 26 Milliarden Dollar.(Foto: REUTERS)
Freitag, 27. Januar 2017

Hohe Steuern drücken den Gewinn: Google wächst und enttäuscht

Google-Mutter Alphabet meldet überraschend ein deutliches Plus in den Büchern. Wachstumstreiber ist weiter die Suchmaschine selbst. Doch den Anlegern reicht das nicht.

Angetrieben von neuen Geschäftsfeldern wächst Google weiter kräftig. Die Konzernmutter Alphabet gab einen überraschend deutlichen Umsatzanstieg im vergangenen Quartal bekannt. Weil der Gewinn wegen höherer Steuerbelastungen aber nicht so stark zulegte wie von Analysten erwartet, reagierten Anleger verstimmt: Die Alphabet-Aktie fiel im nachbörslichen Handel um 2,2 Prozent.

Googles Kerngeschäft sind die Werbeeinnahmen, die im Schlussvierteljahr 2016 um 17,4 Prozent auf 22,4 Milliarden Dollar kletterten. Doch noch stärker wachsen neue Bereiche, zu denen Hardwareangebote, Apps und das Boomgeschäft mit IT-Diensten über das Internet (Cloud) zählen. "Wir sehen enormes Potenzial für diese Geschäfte", sagte Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat. Insgesamt schossen hier die Erlöse um 62 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar in die Höhe. Zum Hardwaregeschäft gehören der Thermostat-Anbieter Nest, Pixel-Smartphones und das Angebot Google Home, eine Kombination aus Sprach-Fernbedienung und Lautsprecher.

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Im Konzern stieg der Umsatz um gut 22 Prozent auf mehr als 26 Milliarden Dollar und übertraf damit die Expertenschätzungen. Der Gewinn kletterte dagegen lediglich um acht Prozent auf 5,3 Milliarden. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag unter den Markterwartungen. Dazu trugen Belastungen durch eine höhere Steuerquote bei.

Autonomes Fahren bringt hohe Kosten

Neue Bereiche wie das Geschäft mit Glasfaser-Leitungen oder die Entwicklung von Software für selbstfahrende Autos bringen bislang hohe Kosten. Diese Sparten kamen im vergangenen Quartal zusammen auf einen Umsatz von 262 Millionen Dollar - und verbuchten dabei einen Verlust von knapp 1,1 Milliarden Dollar.

Dabei machte sich bereits bemerkbar, dass Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat mehr Finanzdisziplin bei den neuen Geschäftsbereichen durchsetzte: Vor einem Jahr hatten sie bei Erlösen von 150 Millionen Dollar noch 1,2 Milliarden Dollar verloren.

"Wenn man darüber hinwegsieht, laufen die Geschäfte normal", sagte Analyst James Wang von der Anlagefirma ARK Investment Management. "Im tatsächlichen Geschäft gab es keinen Druck auf die Margen." Google ist mit seiner Internetsuchmaschine für traditionelle PCs groß geworden. Heute konkurriert der Konzern vor allem mit dem führenden Internet-Netzwerk Facebook um die stark wachsende Werbung auf Smartphones und Tablets.

Infografik: Money Left to Burn | Statista
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Quelle: n-tv.de

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