Wirtschaft
Und so soll es ab 2020 aussehen: Die Entwürfe für die neue Zentrale in der Computergrafik.
Und so soll es ab 2020 aussehen: Die Entwürfe für die neue Zentrale in der Computergrafik.(Foto: plus.google.com)

"Die Grenze zur Natur verwischen": Google will das Büro neu erfinden

Wie sieht der Arbeitsplatz von Morgen aus? Für Online-Giganten wie Google geht es bei dieser Frage um mehr als nur ums Prestige. Im Kampf um Talente will der Suchmaschinenanbieter mit einer Hightech-Idylle punkten.

Der US-Konzern Google hat neue Details zum neuen Hauptquartier in Kalifornien vorgestellt. Die geplante Unternehmenszentrale soll sich demnach unter geschwungenen Glaskuppeln über ein weitläufiges Areal erstrecken.

Die zentrale Idee des Projekts sei Büroraum, den man frei umgestalten könne, erklärte der Internetkonzern in einem Blogeintrag. Sobald die nötigen Genehmigungen vorliegen, soll es mit dem Bau losgehen. Die ersten neuen Gebäude am heutigen Sitz in Mountain View könnten die Google-Mitarbeiter voraussichtlich erst zum Jahr 2020 beziehen, berichtete das "Silicon Valley Business Journal".

Kinderwagen, Skateboard, Kunstbrunnen: Im Inneren der Google-Zentrale der Zukunft (Grafik).
Kinderwagen, Skateboard, Kunstbrunnen: Im Inneren der Google-Zentrale der Zukunft (Grafik).(Foto: plus.google.com)
"Die Idee ist einfach"

Google ist damit das nächste Schwergewicht der Online-Wirtschaft, das sich ein ambitioniertes neues Hauptquartier geben will. Apple baut bereits an einem riesigen kreisförmigen Gebäude in Cupertino, das Ende 2016 bezugsfertig sein soll. Für Facebook entwarf der Stararchitekt Frank Gehry ein Haus mit bepflanztem Dach. Der Online-Händler Amazon plant in Seattle eine Zentrale in großen Glassphären.

"Es ist für uns das erste Mal, dass wir neue Büroflächen von Grund auf neu entwerfen und bauen", heißt es bei Google. Bei den nun eingereichten Plänen geht es demnach um vier Projekte. Die Entwürfe stammen von dem dänischen Architekten Bjarke Ingels von BIG Partners und von Thomas Heatherwick mit seinem Architekturbüro Heatherwick Studio. Ziel ist das Büro der Zukunft - und ein "besseres Arbeit".

Für US-Verhältnisse fast revolutionär: Autos sind in den Entwürfen nicht zu sehen.
Für US-Verhältnisse fast revolutionär: Autos sind in den Entwürfen nicht zu sehen.(Foto: plus.google.com)
Schnelllebiges Geschäft

Für Technologieführer wie Google geht es bei dieser Frage um mehr als nur um vorzeigbare Büroflächen. Der Erfolg der großen Internetkonzerne hängt in hohem Maße von sehr flüchtigen Grundlagen ab: Die Technik entwickelt sich ständig weiter, das Geschäft ist ungemein schnelllebig.

In der Online-Welt können sich Vorlieben beinahe über Nacht ändern, und Publikumsströme abwandern. In sehr viel stärkerem Maße gilt das für die Talente. Ohne die frischen Ideen zufriedener Mitarbeiter bleibt selbst von einem Konzern wie Facebook oder auch Apple nichts anderes übrig als ein Markenname und ein paar rasch alternde Patente.

Auch Google ist auf attraktive Arbeitsplätze angewiesen. "Da wir ja bereits eine große Bandbreite an verschiedenen Arbeitsräumen bezogen haben - darunter eine Garage in Menlo Park, ein Bauernhof in Dänemark und einen kompletten Häuserblock in New York City -, haben wir etwas darüber gelernt, was einen Büroraum großartig macht", heißt es im Blog-Beitrag von Google-Manager David Radcliffe, der bei dem Internetriesen als stellvertretender Leiter des Bereichs Immobilienwirtschaft verantwortlich zeichnet. "Die Idee ist einfach", erklärt Radcliffe.

Schreibtische für Roboter-Ingenieure?

"Anstatt unbewegliche Betongebäude zu errichten, werden wir leichtgewichtige, blockartige Strukturen schaffen, die sich schnell und einfach bewegen lassen, wenn wir in neue Produktfelder investieren." Als Beispiel nannte Radcliffe das Google-Team für Robotorautos. Die Ingenieure dort hätten ganz andere Ansprüche an ihren Arbeitsplatz als etwa die Software-Entwickler, die an der Google-Suchmaschine arbeiten.

Große, durchscheinende Kuppeln sollen die frei gestaltbaren Arbeitsbereiche überspannen. Die Gebäudehülle soll dabei zugleich als große Klimaanlage fungieren, indem sie bei Bedarf selbstständig Licht und Luft ins Innere lässt. Im Außenbereich sollen Bäume und eine Art gestaltete Parklandschaft Mitarbeiter zum Entspannen einladen. Ein Netz aus Fuß- und Fahrradwegen soll die verschiedenen Bürokomplexe mit Cafés und kleinen Läden verbinden. "Wie zielen darauf ab, die Grenzen zwischen unseren Gebäuden und der Natur zu verwischen."

Quelle: n-tv.de

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