Wirtschaft
Auch in der Europäischen Union gibt es den Vorwurf, Google missbrauche seine Marktstellung.
Auch in der Europäischen Union gibt es den Vorwurf, Google missbrauche seine Marktstellung.(Foto: picture alliance / dpa)
Dienstag, 18. April 2017

Einigung mit Kartellbehörde: Google zahlt Millionenstrafe in Russland

Auf vielen Android-Smartphones ist standardmäßig Google als Suchmaschine vorinstalliert. In Russland fühlt sich ein heimischer Suchmaschinenanbieter dadurch benachteiligt und ruft die Kartellbehörde an. Die gibt ihm recht.

Google hat sich in einem Kartellstreit in Russland zu einer Millionenzahlung bereit erklärt. Laut einer am Montag erzielten Einigung mit der russischen Kartellbehörde FAS zahlt der US-Konzern eine Strafe von 440 Millionen Rubel, umgerechnet 7,3 Millionen Euro. Außerdem verpflichtet sich Google, Geräte mit seiner Android-Software für andere Suchmaschinendienste zu öffnen.

Hintergrund der Auseinandersetzung waren Voreinstellungen von Android-Smartphones. Dort wurde automatisch Google als Suchmaschine verwendet. Der größte russische Suchmaschinenanbieter Yandex fühlte sich benachteiligt und rief die Kartellbehörde an. In der EU laufen ähnliche Rechtsstreitigkeiten.

Google zeigte sich in einer Mitteilung "erfreut" über die Einigung mit Yandex und mit der Kartellbehörde, bei der "die Interessen aller Seiten gewahrt bleiben". Der FAS zufolge wird Google für Android-Geräte, die bereits verwendet werden, ein Update entwickeln, das die Auswahl einer Suchmaschine ermöglicht. Bei neuen Geräten sollen die Nutzer von Anfang an die Wahl haben. Hersteller können bereits auf der Startseite eine andere Suchmaschine vorinstallieren.

Die russische Kartellbehörde hatte nach der Beschwerde von Yandex im September 2015 festgestellt, dass Google seine Marktmacht missbrauche. Damals legte die Behörde eine Geldbuße von 438 Millionen Rubel fest. Ein langwieriger Rechtsstreit begann, bis Google Verhandlungen mit den russischen Behörden aufnahm, um einen Kompromiss zu finden. Die Geldstrafe wurde in den Kompromiss einbezogen.

Quelle: n-tv.de

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