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Die Eurozone muss sich offenbar nicht mehr vor einer Inflation fürchten.
Die Eurozone muss sich offenbar nicht mehr vor einer Inflation fürchten.(Foto: dpa)

Europas Wirtschaft wächst wieder: Griechenland kann aufatmen

Gute Nachrichten für Europa: Das Wirtschaftswachstum verzeichnet ein Plus, und die Arbeitslosenzahlen sinken. Dabei gibt es auch einen kräftigen Dämpfer. Während der griechische Schuldenberg kleiner wird, haben die Franzosen mit einem Haushaltsdefizit zu kämpfen.

Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone zieht an und verzeichnet der EU-Kommission zufolge 2014 ein Plus von 1,2 Prozent. "Nachdem wir Mitte letzten Jahres auf den Wachstumspfad zurückgekehrt sind, fasst die Konjunktur in Europa nun Tritt", erklärte EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn. Der neuen EU-Wirtschaftsprognose zufolge sinkt die Arbeitslosigkeit zudem 2015 wieder unter den Wert von 12 Prozent.

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Nach dem Plus im laufenden Jahr erwartet die EU-Kommission auch für 2015 ein Wachstum von 1,8 Prozent im Euroraum. Die beiden Werte sind etwas besser als noch in der letzten Vorhersage im November erwartet. Im vergangenen Jahr schrumpfte die Wirtschaftsleistung der Eurozone um 0,4 Prozent.

"Nach Überwindung der Rezession im Frühjahr 2013 und drei aufeinanderfolgenden Quartalen einer verhaltenen Erholung besteht nunmehr Aussicht auf ein moderates Anziehen des Wirtschaftswachstums", analysierte die EU-Kommission. Dies spiegelt sich demnach auch in den Arbeitslosenzahlen wider. Die seit Monaten auf Rekordhöhen verharrende Arbeitslosigkeit sinkt in der Eurozone nach durchschnittlich 12,1 Prozent im letzten auf 12,0 Prozent in diesem und schließlich auf 11,7 Prozent im Jahr 2015.

Inflationsgefahr gebannt

Eine Deflation in Europa und somit eine Gefahr für den zarten Aufschwung erwartet die EU-Kommission nicht. Die Inflationsrate in der Eurozone bleibt niedrig und beträgt demnach nach 1,0 Prozent in diesem Jahr 1,3 Prozent im Jahr 2015. "Angesichts der fortschreitenden Erholung und des wachsenden Vertrauens ist die Wahrscheinlichkeit von Schocks, die stark genug sind, um die Inflationserwartungen zu entankern und eine EU-weite Deflation in Gang zu setzen, jedoch äußerst gering", heißt es.

Das krisengebeutelte Griechenland wird in diesem Jahr nach jahrelanger Rezession wieder ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent verzeichnen. Für das Jahr 2015 erwartet die EU-Kommission sogar ein Plus von 2,9 Prozent. Das mit internationalen Hilfsprogrammen vor dem Bankrott gerettete Land verzeichnete letztmals im Jahr 2007 ein Plus des Bruttoinlandsprodukts.

Die Arbeitslosigkeit in dem Land sinkt demnach von 27,3 Prozent im vergangenen Jahr schrittweise auf 26,0 Prozent in diesem und 24,0 Prozent im Jahr 2015. In den kommenden Monaten wird sich entscheiden, ob die Euro-Länder ein drittes Hilfspaket für das Sorgenkind der Währungsunion schnüren.

Frankreich geht es schlechter

Weiter Sorgen bereitet in diesem Zusammenhang der Schuldenberg des Landes. Der griechische Schuldenstand sinkt der Prognose der EU-Kommission zufolge zwar von 177,0 Prozent der Wirtschaftsleistung in diesem auf 171,9 Prozent im kommenden Jahr, dies ist jedoch höher als noch in der letzten Analyse vom November erwartet.

Schlechte Nachrichten enthält die neue Prognose der EU-Kommission für Frankreich: Das Haushaltsdefizit der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone wird sich demnach in diesem und dem kommenden Jahr auf 4,0 Prozent beziehungsweise 3,9 Prozent der Wirtschaftsleistung verschlechtern. Damit liegt das Land weiter deutlich über dem EU-Grenzwert von 3,0 Prozent. Die Regierung in Paris hatte hingegen angekündigt, das Defizit im Jahr 2015 wieder auf den Wert von 2,8 Prozent zu senken.

Quelle: n-tv.de

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