Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Zwei Touristen pro Einwohner: Griechenland schleicht aus der Rezession

Der Tourismus auf Rekordniveau sorgt in Griechenland wieder für ein Wirtschaftswachstum. Im zweiten Quartal hat es erstmals seit sechs Jahren wieder ein kleines Plus gegeben. Doch die Probleme bleiben gewaltig.

Die Hoffnungszeichen für Griechenland mehren sich: Erstmals nach 2008 hat es im zweiten Quartal 2014 ein minimales Wirtschaftswachstum gegeben. Nach Berechnungen des Zentrums für Planung und Ökonomieforschung (KEPE) in Athen lag es bei 0,38 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Motor des leichten Wachstums sei hauptsächlich der Tourismus, heißt es in dem Bericht, der in der griechischen Presse veröffentlicht wurde. Im ersten Quartal 2014 war die Wirtschaft des Euro-Krisenlandes noch um 0,9 Prozent geschrumpft.

Die Touristenzahlen brechen alle Rekorde. Ministerpräsident Antonis Samaras rechnet mit mehr als 20 Millionen Touristen in diesem Jahr - etwa zehn Prozent mehr als 2013. Das seien "zwei Touristen pro Einwohner", sagte Samaras kürzlich. "Es ist die beste Saison, seitdem ich zurückdenken kann", erklärte Hotelier Dimitris Skalidis nahe der Touristenstadt Nafplion auf der Halbinsel Peloponnes.

Im dritten und vierten Quartal soll es KEPE zufolge ein Wachstum von jeweils knapp 1,2 und 1,9 Prozent geben. Ende 2014 rechnet KEPE im Vergleich zum Vorjahr mit einem Wachstum zwischen 0,56 und 0,72 Prozent.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass Griechenland 2014 erstmals nach Jahren der schwersten Rezession ein geringes Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent ausweisen wird. Das griechische Finanzministerium erwartete zuletzt 0,6 Prozent.

Die Hoffnungen nährte zuletzt die erfolgreiche Rückkehr Griechenlands an die Finanzmärkte Mitte Juni mit einer längerfristigen Anleihe. Die Regierung reklamiert Sparfortschritte für sich, auch ein Haushaltsüberschuss ohne Berücksichtung der Schuldzinsen sei geschafft.

Der IWF warnte aber, dass der immense Schuldenberg zu langsam abgetragen werde, die Europäer müssten sich auf weitere Hilfen für Athen einstimmen. Die internationalen Geldgeber sehen die Reformen nur zögerlich vorankommen. Und die Arbeitslosigkeit ist weiter hoch: Noch immer sind mehr als 27 Prozent ohne Job.

Quelle: n-tv.de

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