Wirtschaft
Der Tourismus kurbelt derzeit die Wirtschaftsleistung Griechenlands an.
Der Tourismus kurbelt derzeit die Wirtschaftsleistung Griechenlands an.(Foto: picture alliance / dpa)

Optimismus trotz Minus: Griechenland steht vor Ende der Flaute

Hoffnungsschimmer für die gebeutelte griechische Wirtschaft: Im zweiten Quartal weist zwar erneut ein Minus zu Buche. Doch die nationale Statistikbehörde ist zuversichtlich, dass es im Gesamtjahr einen Zuwachs geben wird. Und sie steht damit nicht alleine da.

Die griechische Wirtschaft ist im zweiten Quartal zwar etwas stärker geschrumpft als zunächst angenommen. Dennoch bleibt das Land auf dem Weg, die seit sechs Jahren andauernde Rezession endlich zu überwinden. Wie die nationale Statistikbehörde berichtete, sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach revidierten Berechnungen um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zunächst war ein Rückgang um 0,2 Prozent gemeldet worden.

Trotz der leichten Abwärtsrevision dürfte Griechenland im Gesamtjahr das Wachstumsziel von 0,6 Prozent erreichen, das sich Athen in Absprache mit seinen internationalen Geldgebern - der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) - selbst gesetzt hat.

Starke Tourismus-Daten bringen Besserung

Auch die Experten des IWF gehen davon aus, dass Griechenland 2014 erstmals nach Jahren der schwersten Rezession ein geringes Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent ausweisen wird. Im dritten und vierten Quartal soll es dem Zentrum für Planung und Ökonomieforschung (KEPE) in Athen zufolge ein Wachstum von jeweils knapp 1,2 und 1,9 Prozent geben. Ende 2014 rechnet KEPE im Vergleich zum Vorjahr mit einem Wachstum zwischen 0,6 und 0,7 Prozent.

Motor der positiven Entwicklung sei vor allem der Tourismus, teilte KEPE kürzlich mit. Die Touristenzahlen brechen derzeit alle Rekorde. Ministerpräsident Antonis Samaras rechnet mit mehr als 20 Millionen Touristen in diesem Jahr - etwa zehn Prozent mehr als 2013. Das seien "zwei Touristen pro Einwohner", sagte Samaras Mitte des Sommers.

Seit dem Absturz in die Rezession 2008 ist die griechische Wirtschaftsleistung um mehr als ein Viertel eingebrochen, während die Arbeitslosenquote auf die niederschmetternde Quote von 27,5 Prozent geklettert ist. Kritiker sehen die Ursache für diese traurige Bilanz vor allem in den harten Sparauflagen, die die internationalen Geldgeber dem Land verordneten.

Quelle: n-tv.de

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