Wirtschaft
Geschäfte mit dem Iran, Kuba und dem Sudan - dafür musste die BNP Paribas tief in die Tasche greifen.
Geschäfte mit dem Iran, Kuba und dem Sudan - dafür musste die BNP Paribas tief in die Tasche greifen.(Foto: REUTERS)

48 Milliarden Euro in zehn Monaten: Großbanken zahlen 2014 Rekord-Strafen

Großbanken werden seit der Finanzkrise zu immer härteren Strafen verdonnert. 2014 ist dabei ein Rekordjahr: In den ersten zehn Monaten des Jahres zahlen die Institute bereits 48 Milliarden Euro. Eine Vorgang fällt dabei besonders schwer ins Gewicht.

Großbanken in Europa und den USA haben in den ersten zehn Monaten dieses Jahres 60 Milliarden Dollar (umgerechnet 48 Milliarden Euro) an Strafen und Vergleichen zahlen müssen. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren, wie es in einer Studie des Beratungsunternehmens Boston Consulting Group heißt. Die 60 Milliarden Dollar sind mehr als ein Drittel der zwischen 2009 und September 2014 verhängten Strafen in Höhe von 178 Milliarden Dollar.

Die Kosten wegen Regelverstößen wuchsen seit Beginn der Finanzkrise stark an: Betrugen die verhängten Strafen zwischen 2009 und 2010 noch jeweils drei Milliarden Dollar, so waren es im folgenden Jahr 22 Milliarden Dollar, 2012 dann 44 Milliarden Dollar und 2013 schließlich 46 Milliarden Dollar.

Dahinter stehen vor allem die US-Regulierungsbehörden: Die Zahlungen von 115 Milliarden Dollar, zu denen US-Banken zwischen 2009 und September 2014 verdonnert wurden, gehen zu 98 Prozent auf Forderungen der US-Regulierungsbehörden zurück. Bei den 63 Milliarden Dollar von europäischen Banken gezahlten Strafen waren es immerhin fast die Hälfte.

Ziel: "Kulturwandel im Banking"

In den USA stiegen die Kosten ab 2011 insbesondere wegen Strafen im Zusammenhang mit riskanten Hypothekenpapieren an, wie es in der Studie heißt. In Europa wurde es ab 2012 besonders teuer wegen der Skandale um Zinsmanipulationen bei den Referenzsätzen Libor und Euribor, wegen der Hilfe zu Steuerhinterziehung und wegen Verstößen gegen US-Sanktionen.

In einem besonders aufsehenerregenden Fall erklärte sich die französische Großbank BNP Paribas im Sommer zur Zahlung von rund 8,9 Milliarden Dollar an die US-Behörden bereit. Grund waren Verstöße gegen US-Sanktionen gegen den Iran, Kuba und den Sudan.

"Mit der drastischen Durchsetzung von Sanktionen und der erhöhten persönlichen Haftung handelnder Personen wollen die Regulierer einen Kulturwandel im Banking erreichen - hin zu transparenterem und verantwortungsvollerem Handeln", erklärte Studien-Ko-Autor Gerold Grasshoff. Die Banken müssten dies umsetzen und ihre Kontrollmechanismen entsprechend verbessern.

Bei den Strafzahlungen berücksichtigte die Boston Consulting Group sechs große US-Banken wie die Bank of America, JPMorgan Chase und Citigroup, sowie zwölf europäische Banken, unter ihnen die Deutsche Bank, BNP Paribas, die britische HSBC und die spanische Santander-Bank.

Quelle: n-tv.de

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