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Ein bewachtes Nest hat Vorteile.
Ein bewachtes Nest hat Vorteile.(Foto: picture alliance / dpa)

Auf die Köpfe kommt es an: Gute Fondsmanager liefern Mehrwert

Ein Gastbeitrag von Marc-Oliver Lux

ETFs machen aktiv gemanagten Fonds das Leben schwer. Indexfonds sind kostengünstiger und liefern häufig bessere Erträge. Doch Fondsmanager haben ihre Daseinsberechtigung – unter einigen Voraussetzungen. Hier sind 5.

ETFs - Exchange Traded Fonds

ETFs sind eine preiswerte und transparente Alternative zu gemanagten Fonds. Grundsätzlich versuchen ETFs die Wertentwicklung von Indizes abzubilden. Das könnten Aktienindizes wie der Dax, aber auch Renten-, Rohstoff- oder Strategiebarometer sein. Auf diesem Weg sollen die Vorteile von Fonds wie etwa die breite Risikostreuung mit niedrigen Kosten verbunden werden. Doch Anleger partizipieren nicht nur bei steigenden Kursen annähernd 1:1 am Index, auch bei Kursrückgängen sind sie voll dabei - der Schutz eines aktiv gemanagten Fonds entfällt.

Nur rund ein Fünftel der aktiv gemanagten Fonds schneidet besser als ihr Vergleichsindex ab. Da liegt es nahe, lieber gleich den Index per ETF zu kaufen. Das bringt gleichzeitig noch eine Ersparnis bei der Managementvergütung, die bei Indexfonds in der Regel nur marginal ist. Das erklärt die boomende Popularität von ETFs, die aktiv gemanagte Fonds zumindest medial ins Abseits gedrängt haben.

Dennoch machen Fonds nach wie vor Sinn, denn sie können im Vergleich zu reinen Indexanlagen einen spürbaren Mehrwert liefern. ETFs haben ihren Boom vor allem während der zurückliegenden Hausse entwickelt. Wenn die Aktien- und Rentenmärkte steigen, sind ETFs mit ihrer günstigen Kostenstruktur kaum zu schlagen. Was aber passiert, wenn die Märkte einmal seitwärts gehen oder fallen?

Indexfonds sind in aller Regel reine "Long-Only-Produkte", also immer voll in den zugrundeliegenden Index investiert. Dreht ein Markt ins Minus, fallen sie ungebremst mit in den roten Bereich. Ein aktiver Fondsmanager kann dagegen auf geänderte Rahmenbedingungen reagieren und zwischen Aktien, Anleihen und Barmitteln umschichten. Erlaubt es das Regelwerk, kann er im Zweifelsfall sogar auf sinkende Kurse setzen.

Koryphäen schlagen den Markt

Marc-Oliver Lux hat 1999 zusammen mit Frank Präuner die Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner gegründet. Dort verantwortet der langjährige Börsenexperte als Geschäftsführer u.a. die Kundenbetreuung und das Marketing.
Marc-Oliver Lux hat 1999 zusammen mit Frank Präuner die Vermögensverwaltung Dr. Lux & Präuner gegründet. Dort verantwortet der langjährige Börsenexperte als Geschäftsführer u.a. die Kundenbetreuung und das Marketing.

Zugegeben: 80 Prozent der vermeintlichen Finanzexperten liefern eine schlechtere Performance als der Markt, an dem sie sich messen. Das heißt aber gleichzeitig, dass es zumindest rund ein Fünftel der Fondsmanager schafft, besser abzuschneiden. Es gibt Anlageprofis, denen das seit Jahren und Jahrzehnten gelingt und die dadurch zu wahren Koryphäen geworden sind. Einer von diesen ist sicherlich Warren Buffet. Er managt zwar keinen Fonds, aber die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway (WKN A0YJQ2). Diese investiert ähnlich wie ein Investmentfonds breit gestreut in Aktien. Buffet sagt von sich selbst, dass er am besten bei Gegenwind agiert. Mit seinem Anlagestil hat der Investmentprofi in den zurückliegenden rund 50 Jahren im Durchschnitt fast 20 Prozent Rendite gemacht - pro Jahr wohlgemerkt. Die Anleger lieben Buffet. Die Hauptversammlungen von Berkshire Hathaway sind mittlerweile fast schon Happenings, die einem Woodstock für Reiche gleichen und zu denen Investoren aus der ganzen Welt anreisen.

Wie bei Unternehmen hängt auch im Anlagebereich viel an der Person, die an der Spitze steht. Es ist zwar keine allgemeingültige Aussage darüber möglich, was einen überdurchschnittlichen von einem nur mäßigen Anlagestrategen unterscheidet. Doch haben sich über die Jahre einige Merkmale herauskristallisiert, die darauf hinweisen:

1. Wichtig ist ein konsistenter Anlagestil. Es muss nachvollziehbar sein, wofür der Fondsmanager steht und welche Philosophie er verfolgt.

2. Außerdem sollte der Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz klar erkennbar sein. Was kann der Fondsmanager besser als andere und warum kann er das? Basis können zum Beispiel besondere Analysemethoden oder eine langjährige Expertise in bestimmten Investmentbereichen sein.

3. Der Fondsmanager sollte fähig sein, sich vom allgemeinen Markt abzuheben und gegebenenfalls eine andere Meinung zu vertreten. Investoren, die mit der Herde laufen, kann es kaum gelingen, den Markt zu schlagen.

4. Ein einfacher, aber entscheidender Indikator ist auch eine langfristig gute Wertentwicklung. Auf Sicht eines Jahres oder über noch kürzere Zeiträume kann es vielen Investoren gelingen, höhere Erträge als der Markt zu erzielen. Häufig genug reicht dafür schon eine Portion Glück. Über lange Zeiträume hinweg schaffen das nur wenige. Hier sind überdurchschnittliche Marktkenntnisse gefragt.

5. Schließlich sollte ein guter Fondsmanager eine hohe Motivation zeigen, Performance zu liefern und über eine integre Persönlichkeit verfügen.

Um die Berechenbarkeit und die Kontinuität in der Investmentphilosophie nachvollziehbar sicherzustellen, sollten die ausgewählten Fonds mindestens schon zehn Jahre am Markt sein. Außerdem ist ein flexibles internationales Anlageuniversum eng gestrickten Themen- oder Regionenfonds vorzuziehen, damit ein guter Anlagestratege seine Qualitäten auch ausspielen kann. Koryphäen wie Jens Ehrhardt (DJE), Edouard Carmignac (Carminac), Peter E. Huber (StarCapital) oder Vincent Strauss (Comgest) erfüllen diese Kriterien. Seit Jahren stellen sie mit ihren Fonds ihren Erfolg messbar unter Beweis. In diesen Fällen sind auch die im Vergleich zu ETFs höheren Managementgebühren ihr Geld wert. Bei einer spürbaren Outperformance, fallen diese Zusatzkosten kaum ins Gewicht.

Disclaimer

Diese Publikation dient nur zu Informationszwecken und zur Nutzung durch den Empfänger. Sie stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung seitens oder im Auftrag der Dr. Lux & Präuner Vermögensverwaltung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Investmentfonds dar. Die in der vorliegenden Publikation enthaltenen Informationen wurden aus Quellen zusammengetragen, die als zuverlässig gelten. Die Dr. Lux & Präuner Vermögensverwaltung gibt jedoch keine Gewähr hinsichtlich deren Zuverlässigkeit und Vollständigkeit und lehnt jede Haftung für Verluste ab, die sich aus der Verwendung dieser Information ergeben. www.LPVV.de

Quelle: n-tv.de

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