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Rückkehr in den US-Markt? "Wir wollen bescheiden bleiben und erstmal den großen Zeh ins Wasser stecken."
Rückkehr in den US-Markt? "Wir wollen bescheiden bleiben und erstmal den großen Zeh ins Wasser stecken."(Foto: picture alliance / dpa)

"Transformation abgeschlossen": HRE-Nachfolgerin erfreut Aktionäre

Wer hätte das gedacht? Aus der Asche der Hypo Real Estate (HRE) erhebt sich ein Geldhaus mit beachtlichen Erträgen. Trotz reichlich Gegenwinds fährt die Pfandbriefbank pbb solide Gewinne ein. Anleger können sogar mit einer Dividende rechnen.

Trotz eines scharfen Wettbewerbs um Immobilienfinanzierungen und Belastungen durch die österreichische Krisenbank Heta hat die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) ihren bisher höchsten Gewinn seit dem Neuanfang als HRE-Nachfolgerin eingefahren.

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Das Vorsteuerergebnis stieg 2015 um zwölf Prozent auf 195 Millionen Euro, wie die 2006 gegründete Nachfolgerin der vom Staat geretteten Hypo Real Estate (HRE) mitteilte. Der Überschuss verdoppelte sich aufgrund von Steuererträgen auf 230 Millionen Euro. "Strategisch haben wir die Transformation der pbb abgeschlossen", sagte Co-Chef Andreas Arndt, der zusammen mit Thomas Köntgen die Geschäfte der pbb leitet. "Wir werden unser Kerngeschäft weiter ausbauen."

Schatten der Hypo Alpe Adria

Wegen des Wettbewerbsdrucks und der Bankenabgabe werde das Ergebnis 2016 aber leicht sinken, warnte Arndt vor allzu großen Erwartungen. Abschreibungen auf Anleihen der kollabierten österreichischen Bank Hypo Alpe Adria belasteten das Ergebnis des Immobilienfinanzierers mit 80 Millionen Euro.

Seit 2014 hat die Pfandbriefbank - die in Deutschland unter anderem mit der Aareal Bank konkurriert - ihre 395 Millionen Euro hohen Forderungen an das Nachfolgeinstitut Heta etwa zur Hälfte abgeschrieben. Zurückhaltend äußerte sich Arndt zu dem jüngsten Angebot des österreichischen Finanzministers Hans Jörg Schelling, den Streit um das Geld mit einem Kompromiss zu lösen.

Zahlen die Österreicher?

Die Deutsche Pfandbriefbank habe im Bündnis mit anderen Gläubigern Vertraulichkeit und ein Beharren auf der Maximalforderung vereinbart, sagte Arndt. Er werte die Offerte "als Eingeständnis, dass die Republik Österreich Verantwortung übernehmen soll und will und wird".

Die Pfandbriefbank pbb ist aus dem gesunden Rest des Immobilienfinanzierers HRE entstanden, der in der Finanzkrise ab 2008 an den Rand eines katastrophalen Zusammenbruchs geraten war. Der Bund, der die HRE damals mit Milliardenhilfen stützen musste, brachte den Nachfolger pbb im vergangenen Jahr an die Börse.

58 Millionen für Schäuble

Der deutsche Staat bleibt mit einem Anteil von 20 Prozent weiterhin wichtigster Anteilseigner der pbb. Für die Staatskasse zahlt sich das Engagement - zumindest in diesem Jahr - aus: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kann eine Summe von 58 Millionen Euro aus der ersten Gewinnausschüttung der Pfandbriefbank kassieren. Die pbb-Aktionäre sollen laut Vorschlag der Geschäftsführung 43 Cent je Aktie erhalten.

An der Börse kamen die Ergebnisse der pbb gut an: Die Aktien der Pfandbriefbank waren mit einem Kursplus von 4,6 Prozent auf knapp über neun Euro zeitweise der größte Gewinner im Nebenwerteindex MDax. Beifällig aufgenommen wurden am Parkett die Pläne der pbb: Das Kerngeschäft mit Finanzierungen für Gewerbeimmobilien und öffentliche Investitionen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich sowie Osteuropa und Skandinavien soll weiter ausgebaut werden.

"Großer Zeh" im US-Markt

"Wir wollen die Zusammensetzung unseres Portfolios im Großen und Ganzen konstant halten", sagte Arndt. Die Pfandbriefbank spezialisiere sich besonders auf komplexere Transaktionen, die ihr attraktive Gewinnmargen bescheren sollen. Die pbb prüft zudem einen Einstieg in den weltgrößten Immobilienmarkt in den USA, wo bereits die Vorgängerin HRE aktiv war.

"Es kann sein, dass wir die ersten Schritte in diesem Jahr gehen", sagte Arndt. "Wir wollen bescheiden bleiben und erstmal den großen Zeh ins Wasser stecken." Das Institut werde riskante Transaktionen vermeiden. "Was wir machen wollen, ist pfandbrieffähiges Geschäft." Insgesamt plane die Bank im laufenden Jahr ein Neugeschäft in gleicher Größenordnung wie im vergangenen Jahr. Es wuchs 2015 um 18 Prozent auf einen Rekordwert von zwölf Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de

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