Wirtschaft
Inzwischen trägt die Krisen-Bank einen neuen Namen.
Inzwischen trägt die Krisen-Bank einen neuen Namen.(Foto: picture alliance / dpa)

Klage eingereicht: HRE bittet Ex-Chef Funke zur Kasse

Einen dreistelligen Millionenbetrag sollen frühere Vorstände der in der Finanzkrise verstaatlichten Bank erstatten. Grund sei die aus Sicht des Geldinstituts irreguläre Vergabe von Krediten. Die Betroffenen wehren sich.

Die früheren Vorstände der vom Staat von der Pleite bewahrten Hypo Real Estate (HRE) sollen der Bank Schadensersatz leisten. Insgesamt fordert das Geldinstitut 220,5 Millionen Euro, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Allerdings gehe es dabei nicht um etwaige Vorwürfe wegen des Zusammenbruchs der Bank im September 2008, sondern um einzelne Kredite. Diese hätten aus Sicht der Bank so nicht vergeben werden dürfen.

Wie es weiter hieß, verlangt eine Tochterfirma der HRE in einer beim Landgericht München erhobenen Klage vom ehemaligen Vorstandschef Georg Funke und zwei weiteren Ex-Vorstandsmitgliedern 52 Millionen Euro. In einer weiteren Klage gegen die beiden Vorstandsmitglieder - nicht aber gegen Funke - fordere die Bank 168,5 Millionen Euro. Beide Schriftstücke seien am 24. Oktober 2012 eingereicht worden.

Bereits 2009 hatte der Bundestag gefordert, frühere HRE-Vorstände zur Rechenschaft zu ziehen, sollten sie ihre Pflichten verletzt haben. Die inzwischen längst verstaatlichte Bank hat die Klagen jedoch bislang nicht öffentlich gemacht.

Prozess im kommenden Jahr möglich

2008 war der Staats- und Immobilienfinanzierer vom Staat mit Garantien und Kapitalhilfen in Höhe von weit über 100 Milliarden Euro gerettet worden, um einen Kollaps des Finanzsystems zu verhindern.

Die Manager-Haftpflichtversicherung der HRE beläuft sich dem Bericht zufolge auf 150 Millionen Euro. Mit den beiden Klagen kann die HRE versuchen, diese 150 Millionen Euro bei den Versicherern geltend zu machen.

Der frühere Bankchef Funke hatte nach dem Kollaps der HRE mehrfach jede Schuld bestritten. Nun habe er offenbar über seine Anwälte bei Gericht auch der Schadensersatzklage widersprochen. Die HRE-Gruppe kann laut der Zeitung nun bis 10. Dezember auf die Entgegnungen der drei beklagten Ex-Vorstandsmitglieder zu erwidern. Sollte es keine Einigung geben, könnte ein Prozess im kommenden Jahr beginnen.

Quelle: n-tv.de

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