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Hohe Rückstellungen für Strafen wegen Geldwäsche lassen den Gewinn der HSBC schrumpfen.
Hohe Rückstellungen für Strafen wegen Geldwäsche lassen den Gewinn der HSBC schrumpfen.(Foto: picture alliance / dpa)

Geldwäsche-Vorwürfe schmälern Bilanz: HSBC muss Gewinne opfern

Die Geldwäsche-Vorwürfe gegen HSBC belasten die Geschäftszahlen: Die Rückstellungen für eine Millionenstrafe der US-Aufsichtsbehörden schmälern den Gewinn der britischen Großbank. HSBC soll mexikanischen Drogenkartellen bei der Geldwäsche geholfen haben – die Strafe dafür könnte höher ausfallen als erwartet.

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Drohende Strafen der US-Aufsichtsbehörden schmälern den Quartalsgewinn der Londoner Großbank HSBC.  In den USA laufen gegen die Bank derzeit Untersuchungen wegen der möglichen Verletzung der Geldwäsche-Gesetze und der Fehlberatung von Kunden. Dafür hatte HSBC bereits massive Rückstellungen gebildet, die nun um 800 Mio. auf 1,5 Mrd. US-Dollar aufgestockt wurden. Aber selbst das muss noch nicht alles sein. Die Bank warnte, dass die Summe nicht mit den Behörden abgestimmt sei und noch "wesentlich höher" liegen könnte. Die Rückstellungen ließen den Gewinn verdampfen: Im dritten Quartal sei der Überschuss um rund die Hälfte auf 2,5 Mrd. Dollar gesunken, teilte die Bank mit.

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HSBC hatte zuvor einige Vorwürfe aus einem US-Senatsbericht eingestanden. In diesem hieß es, Geldwäscher und Finanziers von Terroristen hätten die Kanäle der HSBC genutzt. Dem Institut wird vorgeworfen, Auflagen im Kampf gegen Geldwäsche in Mexiko zu locker gehandhabt zu haben. Nach einjähriger Untersuchung hatte der Ausschuss festgestellt, dass HSBC Kunden über Jahre half, fragwürdige Gelder aus Ländern wie Mexiko, dem Iran, Saudi-Arabien oder Syrien zu transferieren.

In Großbritannien muss sich die Bank zudem gegen milliardenschwere Entschädigungszahlungen wappnen. HBSC und ihre Konkurrenten hatten Kreditausfallversicherungen oft völlig überteuert und ohne ausreichende Beratung verkauft. Mitte 2011 wurden sie deshalb von der Bankenaufsicht zur Entschädigung der Kunden aufgefordert. HSBC musste nun weitere 353 Mio. Dollar zurückstellen, womit die Bank auf 1,36 Mrd. Dollar kommt. Die britischen Geldhäuser haben für die Falschberatung mittlerweile insgesamt über zehn Mrd. britische Pfund zurückgestellt. Spitzenreiter ist dabei Lloyds mit über 5 Mrd. Pfund.

Quelle: n-tv.de

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