Wirtschaft

"Haus ist befreit von Altlasten": HSH Nordbank sucht Käufer für sich

Thomas Mirow macht Werbung für die HSH Nordbank. Kein Wunder, denn der Aufsichtsratschef der Landesbank will einen Verkauf der HSH als Ganzes. Viele Branchenexperten geben der Bank kaum Verkaufschancen.

Bis 2018 soll die HSH Nordbank privatisiert werden.
Bis 2018 soll die HSH Nordbank privatisiert werden.(Foto: picture alliance / dpa)

Die HSH Nordbank hat damit begonnen, um potenzielle Käufer für sich zu werben. "Die Bank, wie sie heute aufgestellt ist, ist ein funktionierendes, wettbewerbsfähiges Institut", pries Aufsichtsratschef Thomas Mirow die Landesbank an. Die Zahl der Beanstandungen durch die Europäische Zentralbank (EZB) sei deutlich zurückgegangen. "Das heißt, die Prozesse in diesem Haus stimmen jetzt, was sie jahrelang nicht getan haben", sagte Mirow weiter.

Die HSH Nordbank war durch ihren Expansionskurs vor mehreren Jahren in Schieflage geraten und musste von den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein mit Milliardenaufwand gerettet werden. Um sie von den hohen Garantiegebühren zu befreien, vereinbarten die Eigner vor Kurzem mit der EU-Kommission den Umbau des Geldhauses.

Es soll zunächst von Altlasten befreit und anschließend privatisiert werden. Dafür gibt die EU den beiden Ländern bis 2018 Zeit. Die endgültige Entscheidung über diesen Kompromiss will die EU in den nächsten Wochen fällen. Gelingt der Verkauf in den nächsten zwei Jahren nicht, muss das Finanzinstitut abgewickelt werden.

"Das Haus ist, befreit von den Altlasten, ein interessantes Unternehmen", warb Mirow. Der SPD-Politiker machte zudem klar, dass er gegen eine Zerschlagung und den Verkauf von Filetstücken der HSH an Konkurrenten oder Finanzinvestoren ist. "Die Bank sollte als Einheit erhalten werden." Eine Abwicklung wäre ebenfalls keine Alternative, da die HSH dann als Kreditgeber für die regionale Wirtschaft in Norddeutschland wegfallen würde, sagte Mirow.

Branchenexperten sind skeptisch

Die Politik in den beiden Bundesländern mahnte Mirow, die Verkaufschancen der HSH nicht zu zerreden. "Wenn man von dem, was einem gehört, nur sagt, es ist alles Dreck, kann man nicht erwarten, dass andere das interessant finden." Er werde jedem "in den Arm fallen", der falsche Behauptungen über die Bank aufstelle. Mirow sagte nicht, auf wen er seine Kritik bezieht.

Bekannt ist, dass Wolfgang Kubicki, FDP-Fraktionschef im schleswig-holsteinischen Landtag, kaum Verkaufschancen für die HSH Nordbank sieht. Auch viele Branchenexperten sind skeptisch.

Quelle: n-tv.de

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