Freitag, 16. Oktober 2009
Fall für den Staatsanwalt: HSH-Vorstände im Visier
Nach monatelangen Ermittlungen wegen Verdachts der Untreue in der HSH Nordbank konzentriert sich die Hamburger Staatsanwaltschaft jetzt auf heutige und frühere Vorstände.
Die HSH Nordbank kommt nicht aus den Schlagzeilen.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Es handele sich um vier derzeitige und zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands, sagte Behördensprecher Bernd Mauruschat. Darunter sei auch der umstrittene Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher.
Die Ermittlungen der Behörde konzentrieren sich auf die riskanten "Omega"-Geschäfte der in schwere Schieflage geratenen Landesbank, sagte Mauruschat. Die Geschäfte führten 2008 zu einer Abschreibung über 500 Mio. Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte den früheren stellvertretenden Leiter der Londoner Niederlassung der HSH Nordbank, Luis Marti-Sanchez, mehrere Stunden als Zeuge vernommen. Nach seiner Aussage seien die umstrittenen "Omega"-Geschäfte in den Fokus der Ermittlungen geraten, erklärte der Behördensprecher.
Die Namen der fünf anderen Vorstände wollte Mauruschat nicht nennen. "Es muss ihnen erstmal mitgeteilt werden." Im Vorstand der angeschlagenen HSH Nordbank sitzen derzeit vier Mitglieder: Nonnenmacher, sein Stellvertreter Peter Rieck, Jochen Friedrich und Bernhard Visker. Vor Nonnenmacher stand der frühere Vorstandschef Hans Berger an der Spitze der Landesbank für Hamburg und Schleswig- Holstein. An den Vorgängen in London soll zudem Ex-Vorstand Eckehard Dettinger-Klemm beteiligt sein.
Weitere Verfahren im Laufen
Die Ermittlungsbehörde sei nach wie vor in der "Einarbeitungs- und Prüfphase", betonte Mauruschat. So müssten etwa weitere umfassende Gutachten geprüft werden. Ob und wann Anklage erhoben wird, sei daher völlig unklar.
Bei der Hamburger Staatsanwaltschaft läuft zudem ein zweites Ermittlungsverfahren gegen drei Manager der Landesbank - gegen Nonnenmacher, Rieck und Berger. Hintergrund für dieses Verfahren: Die HSH Nordbank hatte 45 Mio. Dollar an die US-Investmentbank Goldman Sachs gezahlt, obwohl die Verpflichtung dazu strittig war. Es ging um Kreditausfälle der zahlungsunfähigen Bank Lehman Brothers, gegen die sich Goldman Sachs bei der HSH Nordbank abgesichert hatte.
Beide Ermittlungsverfahren gehen auf Strafanzeigen des Hamburger Rechtsanwalts Gerhard Strate zurück.
wne/dpa
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