Wirtschaft
Viel Licht und viel Schatten: Bei der HSH bremst die Schifffahrtskrise die Geschäfte - die Firmenkunden beflügeln sie.
Viel Licht und viel Schatten: Bei der HSH bremst die Schifffahrtskrise die Geschäfte - die Firmenkunden beflügeln sie.(Foto: REUTERS)

Dreistelliges Millionenminus erwartet: HSH ächzt weiter unter Schifffahrtskrise

Die HSH Nordbank rutscht im dritten Quartal tief ins Minus. Grund ist die weiter kriselnde Schifffahrt sowie hohe Gebühren für staatliche Garantien. Besser sieht es bei der Kernbank aus. Das lässt das Institut auch zuversichtlich auf den Stresstest blicken.

Ein Cocktail aus faulen Krediten in der Schiffsfinanzierung, hoher Risikovorsorge und Garantiegebühren macht der HSH Nordbank weiter zu schaffen. Positiv ist dagegen die Entwicklung in den Segmenten Firmenkunden, Immobilien und Erneuerbaren Energien. Unter dem Strich verbuchte die Bank im dritten Quartal einen Verlust von 194 Millionen Euro. Im Vorjahr war der Verlust nur halb so hoch, da sich eine Höherbewertung von Nachranganleihen positiv ausgewirkt hatte.

Das Gesamtjahr wird die HSH nach eigenen Prognosen mit einem Verlust "im deutlichen dreistelligen Millionenbereich" abschließen. Hoffnung auf Gewinn macht Vorstandschef Constantin von Oesterreich erst für 2014. Eine nachhaltige Erholung in der Schifffahrt erwartet er allerdings frühestens im Jahr darauf.

Kernbank fasst Tritt

Dagegen geht es im Kerngeschäft aufwärts. In der zur Fortführung bestimmten "Bank für Unternehmer" habe das Institut in den ersten neun Monaten einen Vorsteuergewinn von 139 Millionen Euro gemacht, hieß es. Damit sei die Kernbank das fünfte Quartal in Folge profitabel. Auf Basis dieser Erfolge zeigte sich das staatlich gestützte Institut zuversichtlich, dass die EU das Geschäftsmodell der HSH nicht durchfallen lassen werde. Bei der Prüfung wird der HSH eine starke Kernkapitalquote von 12,1 Prozent helfen. Sie verfügt zudem über eine zusätzlichen Puffer von 4,6 Prozentpunkten.

Die HSH Nordbank muss sich einem EU-Prüfverfahren unterziehen, seit die Eigner Hamburg und Schleswig-Holstein ihren Schutzschirm von sieben Milliarden wieder auf zehn Milliarden Euro aufgespannt haben. Mit dem Abschluss des Verfahrens rechnet die HSH frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2014.

Während sich die Kernbank berappelt, steckt die Abbaubank, in der die Landesbank riskante Geschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise eingelagert hat, weiter tief in den roten Zahlen. In den ersten neun Monaten häufte die interne Bad Bank vor Steuern einen Verlust von 271 Millionen Euro an. Dadurch schrieb der Bankkonzern insgesamt nach neun Monaten einen Vorsteuerverlust von 132 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte ein kleiner Gewinn von 23 Millionen zu Buche gestanden, der allerdings durch Sondererträge zustande kam.

3,1 Milliarden für Schleswig-Holstein und Hamburg

Der Gewinn der Kernbank wäre höher ausgefallen, wenn nicht erneut hohe Rückstellungen für Schiffskredite angefallen wären. Wegen der Dauerkrise der Seeschifffahrt, in der die HSH nach wie vor führend ist, legte die Bank 486 Millionen Euro an Vorsorge für drohende Kreditausfälle zur Seite, knapp 30 Millionen mehr als vor Jahresfrist. Mit einer Erholung der Schifffahrt, die unter Überkapazitäten und hohen Treibstoffkosten leidet, rechnet das Bankmanagement nicht vor 2015. Ähnlich ergeht es der NordLB.

Bis dahin will die HSH Nordbank dank Einsparungen und guter Geschäfte im Bereich Firmenkunden, Immobilien und erneuerbare Energien längst Gewinne abwerfen. "Für das Jahr 2014 peilen wir die Rückkehr in die Gewinnzone an", kündigte von Oesterreich an.

Während sich damit für das nächste Jahr ein Hoffnungsschimmer auftut, blickt die HSH im laufenden Jahr nach wie vor in ein tiefes Loch. Nach neun Monaten lag der Fehlbetrag bereits bei 104 Millionen Euro. Für den staatlichen Schutzschirm kassierten die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein in diesem Zeitraum Gebühren von 279 Millionen Euro. Seit der Rettung Anfang 2009 hat die Bank damit für Staatshilfen Prämien und Gebühren von rund 3,1 Milliarden Euro gezahlt.

Quelle: n-tv.de

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